Lohnt sich noch ein Sparbuch bei der Bank oder ist das komplett gestorben?

Bei meiner Sparkasse bekomme ich auf dem Sparbuch quasi 0% Zinsen, das ist ja ein Witz. Meine Oma schwört immer noch drauf, aber ich frag mich, ob ich mein Geld nicht besser irgendwo anders anlegen sollte. Was macht ihr denn so mit euren Ersparnissen?

5 Antworten

Mit 0% Zinsen ist das Sparbuch tatsächlich für längerfristige Ersparnisse kaum noch sinnvoll - deine Oma hat das früher gemacht, als es noch 3-4% gab, aber das ist lange vorbei. Besser wäre wahrscheinlich ein Tagesgeldkonto (da kriegst du aktuell noch etwas), oder wenn du das Geld ohnehin längere Zeit nicht brauchst, könnte ein ETF-Sparplan interessant sein - da sind die Renditen natürlich nicht garantiert, aber historisch deutlich besser als null. Welcher Zeithorizont passt denn zu deinen Ersparnissen - brauchst du das Geld in den nächsten Jahren oder eher mittel- bis langfristig?

Christina Schmidt asker Eher langfristig, ich brauch die nächsten fünf Jahre mindestens nicht drauf.

Das Sparbuch ist wirklich nur noch für den absoluten Notfallfonds sinnvoll, wenn du das Geld innerhalb weniger Monate brauchst - ansonsten verschwindet deine Kaufkraft einfach durch die Inflation 😅 Viele schauen sich deshalb Tagesgeldkonten an, aber pass auf: die Zinsen sind extrem volatil und fallen schnell wieder, wenn die Notenbank die Leitzinsen senkt. Wenn du es für mehrere Jahre anlegen kannst, lohnt sich eher was anderes, aber das hängt echt davon ab, wie viel Risiko du eingehen magst und ob du dich mit sowas beschäftigen willst oder es lieber einfach haben möchtest.

Sparbücher sind halt einfach ein Relikt aus einer anderen Zeit 😅 Was viele vergessen: selbst wenn du die Inflation berechnest, verliert dein Geld auf dem Sparbuch jeden Monat an Kaufkraft. Tagesgeldkonten bringen dir zwar auch nicht viel mehr, aber immerhin etwas - und Etfs oder Aktienfonds sind langfristig meist deutlich interessanter, wenn du den Stress mit Kursschwankungen aushalten kannst. Deine Oma hat da einfach andere Zeiten erlebt, würde ich sagen.

Für den reinen Notfallfonds hat das Sparbuch durchaus noch einen Platz, aber ich würd das differenzierter sehen als die bisherigen Antworten. Klar, 0% ist bitter, und ja, die Inflation frisst dir was weg - aber ein Sparbuch hat einen großen praktischen Vorteil: du kannst nicht so leicht dran. Wenn dein Geld auf dem gleichen Konto liegt wie dein Girokonto, gibst du es schneller aus. Das ist psychologisch echt was anderes. Deine Oma hat da nicht ganz unrecht, auch wenn die Zinsrendite heute lächerlich ist.

Für längerfristige Ersparnisse brauchst du aber definitiv was anderes. Tagesgeldkonten geben mittlerweile deutlich mehr als 0%, und wenn du es mehrere Jahre nicht anfassen musst, lohnt sich auch ein Blick auf Festgeldkonten oder Sparpläne. Manche Banken haben sogar regelmäßig bessere Konditionen für Neukunden. Ich persönlich hab mir einen Mix aus verschiedenen Dingen zusammengebastelt - Notfallfonds auf dem Sparbuch (weil eben praktisch), den Rest auf Tagesgeld, und für längerfristig ne andere Sache. Aber vorher würd ich mir selbst klarmachen: wie lange will ich das Geld nicht brauchen und wie verträgt sich das mit meinem Risiko-Komfort. Das ist die eigentliche Frage, nicht ob Sparbuch ja oder nein.

Deine Sparkasse bietet dir 0%, aber das Problem ist größer als nur "wenig Zinsen". Bei der Inflation von aktuell maybe 2-3% pro Jahr verlierst du real Kaufkraft - dein Geld wird weniger wert, auch wenn die Kontonummer gleich bleibt. Das ist der Knackpunkt, den viele unterschätzen. Wenn du das Geld wirklich mehrere Jahre nicht anfasst, ist das Sparbuch tatsächlich eine schlechte Wahl.

Allerdings: Bevor du dein ganzes Ersparte in irgendwas anderes packst, solltest du dir klar machen, wofür das Geld gedacht ist. Brauchst du es für einen Notfallfonds (3-6 Monatsausgaben)? Dann ist schnelle Verfügbarkeit wichtiger als Rendite - da könntest du auch auf Tagesgeldkonten gucken, die aktuell deutlich bessere Zinsen bieten als dein Sparbuch. Für längerfristige Ersparnisse (5+ Jahre) kann man über andere Optionen nachdenken, aber das ist eine ganz andere Rechnung.

Das eine Warnung davor: Nicht einfach alles auf einmal irgendwo anders einzahlen, wenn du dich nicht wirklich auseinandersetzt, worauf du dich einlässt. Es ist verlockend, schnell was mit besserer Rendite zu finden, aber manche Leute landen dann in Produkten, die sie gar nicht verstehen oder die Gebühren haben, die die Rendite wieder aufzehren. Erst überlegen, dann handeln.

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