Die KI macht dir halt eine Antwort hin, die plausibel klingt - aber ob sie stimmt, ob sie zu deiner Situation passt oder ob sie überhaupt die richtige Frage beantwortet, das merkst du oft erst, wenn du selbst drüber nachdenkst. Und genau da fängt Philosophie an. Es geht nicht darum, dass es keine Antworten gibt, sondern dass die interessanten Fragen erst entstehen, wenn du merkst, dass die erste Antwort unvollständig ist.
Der Vorredner hat recht, aber ich würde anders formulieren: Philosophie ist nicht nostalgisch, sondern praktisch. Wenn du fragst "Macht es Sinn, das zu tun?", dann brauchst du nicht ChatGPT's beste Argumentation - du brauchst zu verstehen, was "Sinn" für dich bedeutet, was deine Werte sind, wo du Kompromisse machen willst. Das kann dir keine KI abnehmen, weil es keine objektive Antwort ist. Die KI kann dir nur helfen, deine eigenen Gedanken zu schärfen, wenn du sie hinterfragst.
Das Blöde ist: Je mehr du die KI als Gedankenersatz nutzt, desto schlabbernder wird dein eigenes Denken. Aber das ist kein Grund, Philosophie zu lassen - das ist der Grund, es mehr zu tun. Frag die KI meinetwegen, aber stell dir dann selbst die Gegenfrage. Nimm die Antwort nicht als Ergebnis, sondern als Gesprächsangebot. So funktioniert das, was du eigentlich brauchst.