Ein ärztliches Attest ist die einzige legale Möglichkeit, sich vom Sportunterricht zu befreien, aber zunächst macht es Sinn, herauszufinden, worum es genau geht. Scham vor Mitschülern verbirgt oft etwas Konkretes: Vielleicht ist es ihr unangenehm, sich in der gemeinsamen Umkleide umzuziehen, vielleicht macht sie sich Sorgen um ihre Figur, vielleicht hat sie körperliche Komplexe oder ist einfach unsicher, was sie im Unterricht schafft. Ein ärztliches Attest hilft bei einem psychologischen Problem nicht - es braucht persönliche Arbeit, sonst verpasst man den richtigen Moment.
Wenn es aber einen echten medizinischen Grund gibt (Rückenprobleme, Gelenkprobleme, Bluthochdruck, Asthma und so weiter), dann sollte man zum Arzt gehen und sich ein Attest mit Einschränkungen ausstellen lassen. Manche Ärzte stellen Atteste für schonenden Sportunterricht aus - das ist auch eine Option, wenn das Kind am Unterricht teilnimmt, aber vereinfachte Übungen macht.
Versuch erst mal, in ruhiger Atmosphäre ohne Druck mit deiner Tochter zu sprechen und herauszufinden, was sie konkret beunruhigt. Vielleicht hilft ein Gespräch mit der Schulpsychologin oder dem Sportlehrer - manchmal kann die Lehrkraft alternative Aufgaben anbieten oder dem Kind helfen, sich schneller anzupassen. Und wenn das Problem tiefer sitzt, kann ein Kinderpsychologe helfen. Einfach ein Attest auszustellen und den Unterricht zu meiden - das löst nicht, warum es ihr peinlich ist.