Ich glaub, da spielen mehrere Sachen zusammen. Zum einen ist da diese Erwartungshaltung - du weißt, dass dein Vater gleich etwas Furchtbares sagen wird, und wenn es dann wirklich so schlecht ist wie befürchtet, ist das irgendwie befreiend 😄 Du lachst quasi über die Erfüllung deiner eigenen pessimistischen Vorahnung. Das Timing, die Delivery, die absolute Unverfrorenheit damit anzukommen - das ist oft mehr wert als die Pointe selbst.
Es gibt aber auch noch nen anderer Aspekt, den man gerne übersieht: Diese Witze funktionieren oft am besten in einem emotionalen Kontext. Wenn dein Vater sie erzählt, sind die nicht isoliert irgendein Text - die sind Teil einer Beziehung, einer gemeinsamen Geschichte. Du kennst seinen Humor, du erwartest das von ihm, und genau das macht's witzig. Derselbe Witz von nem Fremden würde wahrscheinlich einfach nur schmerzhaft sein 😅
Die Falle, in die viele tappen: Sie denken, schlechte Witze funktionieren nur weil sie so schlecht sind. Aber es ist nicht die Schlechtigkeit allein - es ist die *bewusste* Schlechtigkeit gepaart mit Sicherheit und Kontext. Wenn jemand nen furchtbaren Witz erzählt und dabei selbst unsicher wirkt oder versucht, es zu vertuschen, wirkt das cringe. Aber wenn dein alter Herr voll dahinterstehen und die absolute Unscham hat - genau das ist der Clou.