Der Rahmen hier ist etwas verzerrt - Räte versuchen eigentlich gar nicht, ein bestimmtes Produkt namens „Perversglasbrille" oder so etwas zu verbieten. Was sie machen, ist die Regeln rund um Aufnahmegeräte in Schwimmbädern zu verschärfen, was angesichts dessen, wie einfach es geworden ist, Kameras in alltäglichen Objekten zu verstecken, sinnvoll ist. Smartglasses, versteckte Kameras in Sonnenbrillen, diese winzigen Spycams, die man online kaufen kann - sie werden alle billiger und kleiner. Ein Rat, der sie verbietet, ist nichts Neues; er passt sich einfach der Realität an.
Der Schutzaspekt ist unkompliziert. Schwimmbäder sind vulnerable Orte, wo Menschen, besonders Kinder, leicht bekleidet sind und sich in einem entspannten Zustand befinden. Wenn jemand mit einer Brille mit versteckter Kamera auftaucht, können Mitarbeiter nicht einfach sehen, ob sie aufnehmen oder nur eine Brille tragen. Anstatt zu versuchen, die Technologie selbst zu kontrollieren (was unmöglich ist - wie unterscheidest du visuell eine echte Brille von einer mit einer Kamera?), sagen Räte im Grunde: gar keine Aufnahmegeräte, und sie bitten das Personal, auf verdächtiges Verhalten zu achten oder auf Leute, die sich in Umkleideräumen und Duschabereichen seltsam verhalten.
Es ist erwähnenswert, dass es hierbei nicht nur um High-Tech-Spionage-Ausrüstung geht. Handykameras sind seit Jahren das echte Problem in Schwimmbädern. Jemand legt sein Handy „versehentlich" auf eine falsche Stelle gerichtet hin, oder behauptet, dass er ein Foto seines Kindes macht, aber der Winkel ist verdächtig. Der Ansatz des Rats versucht, klarere Regeln zu schaffen, damit das Personal etwas hat, auf das es zeigen kann, wenn es zwielichtiges Verhalten beobachtet. Ob es etwas wirklich verhindert, hängt ganz davon ab, wie konsistent sie es durchsetzen und wie gut das Personal geschult ist, wachsam zu sein.