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Ich würde sagen, das hängt meistens mit unserem Nervensystem und damit zusammen, wie das Gehirn die Umgebungsinformationen verarbeitet. Wenn eine Person in einem leeren Zimmer ist, beginnen die Sinne aktiver als gewöhnlich nach Reizen zu suchen. Du hörst jeden Ton, bemerkst die kleinsten Luftbewegungen, Licht- und Schattenwirkungen. Das Gehirn versucht, Muster in diesem Rauschen zu finden und "ergänzt" manchmal Dinge, die gar nicht da sind. Ich habe das bei mir selbst mehr als einmal überprüft - wenn man in der Stille sitzt, fängt man an, Geräusche zu hören, die einfach nicht dort sein können.

Dazu kommt noch der Erwartungseffekt. Wenn du dir schon einredest, dass du etwas Seltsames spüren wirst, sucht dein Gehirn buchstäblich danach, das zu bestätigen. Das nennt sich Bestätigungsfehler. Das Zimmer wird ein bisschen kälter, weil dir mulmig ist, oder es entsteht Druck in der Brust durch Muskelverspannung. Alles Physiologie, da ist kein Mysterium dabei.

Wenn dich das Gefühl oft verfolgt und dir Unbehagen bereitet, kannst du dich einfach mit Logik überprüfen. Mach das Licht an, schau nach, was wirklich im Zimmer ist. Ich bin von Zeit zu Zeit in einem Trainingsraum, wenn er leer oder fast leer ist, und wenn ich anfange, mich auf die Empfindungen zu konzentrieren, tauchen sie auf. Sobald ich mich auf etwas Konkretes konzentriere - Training, Musik, Arbeit - ist alles augenblicklich weg.

Das wurde oben richtig bemerkt zur Nervensystem! Ich würde hinzufügen, dass es auch eine Frage der Aktivierung des sogenannten "Threat-Detection-Systems" im Gehirn ist. Wenn wir uns in einer für uns ungewöhnlichen Situation befinden - Stille, fehlende visuelle Orientierungspunkte, begrenzte sensorische Eingaben - fängt unser Gehirn an zu hyperkompensieren! Es schaltet sozusagen in einen Modus erhöhter Wachsamkeit und interpretiert selbst die kleinsten Geräusche, Luftbewegungen oder sogar den eigenen Herzschlag als Anwesenheit von etwas anderem. Das ist völlig normal, besonders wenn man müde ist oder unter Stress steht.

Ein weiterer wichtiger Punkt - die Rolle des peripheren Sehens! Wenn es im Zimmer wenig Reize gibt, fangen unsere Augen an, aktiver den Raum zu scannen, und manchmal kommt es zu Fehlalarmen - wir bemerken Schatten, Reflexionen oder einfach nur Muster, die das Gehirn sofort als Bewegung interpretiert. Ich habe das sogar bei meinen morgendlichen Joggingrunden bemerkt, wenn es noch dunkel ist! Ich laufe, und plötzlich denke ich, dass jemand neben mir ist, aber es ist einfach nur ein Spiel aus Licht und Müdigkeit.

Wenn dich solche Empfindungen beunruhigen - versuche, dich zu erden: Konzentriere dich auf konkrete Gegenstände um dich herum, mache ein schwaches Licht an oder spiele Hintergrundgeräusche. Normalerweise hilft das, den Aufmerksamkeitsfokus zu verschieben und das Gehirn verlässt den Modus der Überempfindlichkeit!

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