Wie nähe ich Strickstoffe an einer normalen Nähmaschine ohne Spezialfuß?

Habe mir vor kurzem ein Sweatshirt aus Interlock gekauft und wollte es mir selbst anpassen. Aber meine Maschine hat nur den Standard-Fuß, und der Stoff verzieht sich dauernd und es entstehen Schlaufen. Gibt es vielleicht irgendwelche Tricks, oder brauche ich doch einen speziellen Fuß?

5 Antworten

Das Wichtigste ist, den Stoff nicht zu ziehen und die Fadenspannung nicht zu erhöhen, sonst dehnt sich der Strickstoff noch mehr und es entstehen Schlaufen. Viele Anfänger denken, dass man die Spannung verstärken muss, aber das macht alles nur schlimmer. Verwende auch keine Nadel für dünne Stoffe - für Interlock brauchst du eine Nadel mittlerer Stärke, idealerweise eine spezielle für Strickstoff (Universal oder Stretch), aber wenn du keine hast, tut's auch eine normale Nadel der Größe 90, Hauptsache, sie ist neu und nicht stumpf.

Mit dem Standard-Nähfuß kannst du arbeiten, wenn du den Stich wechselst. Versuch einen Zickzackstich statt gerader Naht - der gibt dem Stoff ein bisschen mehr Spielraum und zieht weniger ein. Oder schau in deinen Maschinenmenu nach einem elastischen Stich für Strickstoff, wenn es einen gibt. Senk die Nadel langsam ab, nicht ruckartig. Es hilft auch, wenn du unter die Naht dünnes Papier legst (Transparentpapier oder sogar Toilettenpapier) - es hält den Stoff und lässt sich danach leicht abziehen.

Wenn du häufig mit Strickstoff arbeitest, lohnt sich ein Nähfuß für dehnbare Stoffe trotzdem - er kostet nicht viel und macht das Leben wirklich einfacher, weil er nicht so sehr auf dem Stoff drückt. Aber für einen Hoodie sollten diese Methoden funktionieren. Das Wichtigste ist, nicht zu hetzen, langsamer als normal zu nähen und nicht zu versuchen, die Maschine mit Gewalt beim Durchziehen des Stoffs zu «helfen».

Versuch es mal damit - benutz eine Stricknadel (mit einer Kugel statt einer Spitze). Eine normale Nadel durchsticht die Fasern einfach und reißt sie auf, deswegen läuft die Naht aus den Maschen. Eine Kugelnadel schiebt die Fasern vorsichtiger auseinander, es gibt viel weniger Maschen. Kostet fast nichts, aber der Unterschied ist riesig.

Noch ein wichtiger Punkt - zieh den Stoff hinten an der Maschine leicht nach (aber erst, nachdem die Nadel eingestochen ist), aber nicht zu dir hin. Hilf ihm einfach, ohne Widerstand unter dem Fuß durchzugehen. Und ja, die Fadenspannung wirklich lockerer einstellen - Strickstoff wird normalerweise bei schwächerer Spannung genäht als Baumwolle.

Falls der Interlock dick ist, kann eine spezielle Unterlage helfen (dünnes Papier unter dem Stoff, das du danach einfach abreißt). Aber ehrlich gesagt, mit einer neuen Nadel und lockerer Spannung sollte es auch am normalen Fuß gut funktionieren.

Als ich meine Sachen umgearbeitet habe, bin ich drauf gekommen, dass das Problem oft nicht nur die Fadenspannung ist, sondern auch die Naht selbst - bei einer normalen Maschine ist es besser, Zickzack statt Geradstich zu verwenden, das gibt dem Stoff etwas Spielraum und reißt die Fasern nicht auf. Ich stimme dem Tipp mit der Stretch-Nadel zu - das hilft wirklich, aber was viele vergessen zu erwähnen: selbst mit der richtigen Nadel und niedriger Spannung kann es zu Schlaufen kommen, wenn du zu schnell nähst, besonders bei dickerem Material wie Interlock. Reduzier einfach die Maschinen-Geschwindigkeit, und die Hälfte der Probleme löst sich von allein.

Ehrlich gesagt, der spezielle Fuß hilft wirklich, aber wenn du ihn nicht hast, achte auf die Nähgeschwindigkeit - viele vergessen, dass die Maschine bei hohen Drehzahlen einfach nicht schnell genug mitkommt, um den elastischen Stoff gleichmäßig zu erfassen. Versuche langsamer zu nähen, sogar bei der halben normalen Geschwindigkeit. Jersey braucht einen ruhigeren Rhythmus, damit der Fuß den Stoff gleichmäßig transportieren kann.

Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird: kontrolliere, ob die Nadelplatte nicht mit Verschmutzungen und Fusselhaaren verstopft ist. Interlock franst bei der Verarbeitung stark aus, und wenn sich dort Material angesammelt hat, verhakt sich die Nadel und verursacht Stichausfälle. Reinige die Platte mit einer Bürste, bevor du nähst.

Und zum Abschluss - wenn gar nichts hilft, kannst du eine normale Nadel verwenden, aber eine Nummer kleiner (zum Beispiel, wenn du normalerweise Größe 90 nimmst, nimm 80er). Eine dünnere Nadel ist schonender für die Fasern. Das ersetzt den speziellen Fuß nicht, aber in Kombination mit niedriger Geschwindigkeit und korrekter Fadenspannung kann es das Ergebnis erheblich verbessern.

Interlock ist ein dichter Strickstoff, und damit wird es auf einer normalen Maschine wirklich eng. Von den Tipps, die bereits gegeben wurden, sind die wichtigsten - eine Nadel für Strickware und Zickzackstich statt Geradstich. Aber es gibt noch einen Punkt, den viele übersehen: Versuch, unter den Stoff eine dünne wasserlösliche Folie oder sogar normales Seidenpapier zu legen. Sie stützt die Fasern von unten und verhindert, dass sie beim Nadelstich verrutschen. Nach dem Nähen lässt sich das Papier einfach abziehen, und die Folie löst sich im Wasser auf. Klingt merkwürdig, aber es funktioniert.

Noch ein Tipp aus eigener Erfahrung: Vor der Hauptnaht nähst du den Stoffrand gerade entlang der Kante, quasi um die Fasern zu fixieren. Der Interlock wird dann ein bisschen gehorsamer. Und unterschätze nicht die Probe auf einem Stoffrest vom gleichen Pullover - spielen Sie mit der Fadenspannung, der Stichlänge, der Geschwindigkeit rum, bis du das Optimum für deine Maschine und gerade für diesen Interlock gefunden hast. Es gibt keine Universaleinstellungen, jede Maschine ist anders.

Eine spezielle Nähfuß würde das Leben natürlich erleichtern, aber wenn du sie nicht hast, dann bringen diese drei Dinge - Nadel, Zickzackstich und Unterstützung von unten - genauso gute Ergebnisse.

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