89 Grad sind bereits ein Signal für ein ernsthaftes Wärmeproblem, aber es gibt einen Punkt, den man oft übersieht. Überprüf zuerst, ob die Wärmeleitpaste zwischen dem Chip und dem Kühler eingetrocknet ist. Anderthalb Jahre ist der Zeitraum, in dem die Paste ihre Eigenschaften verlieren kann, besonders wenn die Karte oft am Limit läuft. Um das zu überprüfen, musst du allerdings den Kühler abnehmen, was Vorsicht erfordert. Vor der Demontage macht es Sinn, die erreichbaren Teile zu reinigen - Lüfter, die äußeren Teile des Kühlers.
Ergänzend zu dem, was bereits über Staub und Luftzirkulation im Gehäuse gesagt wurde: Überprüf, ob die Lüfter selbst richtig drehen. Manchmal bleiben sie durch Oxidation oder Staub in den Lagern stecken und drehen langsamer als nötig, sehen aber optisch normal aus. Wenn ein Lüfter langsam dreht oder schwergängig ist - das reduziert die Kühlung viel stärker, als es aussieht. Überprüf in Utilities wie GPU-Z oder im BIOS des Mainboards, welche Drehzahl der Lüfter unter Last zeigt. Wenn alles unter 60-70% der maximalen Drehzahl bei diesen Temperaturen liegt - da hast du dein Problem.
Und noch ein Punkt: Überprüf, ob die Grafikkarte richtig im Slot sitzt, die Kontakte sauber sind, das PCI-Express-Stromkabel fest angeschlossen ist. Ein schlechter Kontakt kann zu Spannungsspitzen und übermäßiger Wärmeentwicklung in den Stromversorgungsschaltkreisen führen, obwohl das auf die Sensoren für Speicher- und Core-Temperatur nur indirekt wirkt. Wenn alles oben in Ordnung ist - ja, öffne die Karte und wechsel die Paste.