Der Sprung von 3+2 zu 3+0 tut weh, weil du dir ein Skillset aufgebaut hast, das auf eine ganz spezifische Bedingung optimiert ist. Mit Increment hast du Luft zum Atmen, um Varianten zu berechnen und Taktiken zu erkennen, die du sonst übersehen würdest. Ohne es musst du rein nach Instinkt und Mustererkennung spielen - was du nicht so intensiv trainiert hast, weil das Increment die halbe Arbeit gemacht hat. Das ist aber keine verschwendete Zeit; diese Monate haben dir Berechnungsdisziplin beigebracht. Das Problem ist, dass du beide Skillsets brauchst, nicht nur eines.
Hier ist das, was die meisten Leute nicht erwähnen: zwing dich nicht kalt auf 3+0. Dein Gehirn braucht einen Übergang. Geh runter auf Partien wie 2+1 oder 1+1, wo das Increment noch da ist, aber die Bedenkzeit schnellere Entscheidungen erzwingt. Verbring ein paar Wochen dort, dann versuch 2+0, dann 3+0. Du wirst dich viel schneller anpassen, als wenn du direkt runterspringsmst, weil du schrittweise umschaltest, wie schnell du Positionen evaluieren musst. Das ist wie von Blitz zu Bullet gehen - da würdest du auch nicht direkt hinspringen.
Noch eine Sache: Wenn du dann 3+0 spielst, rechne damit, dass du vielleicht 100 - 200 Ratingpunkte verlierst, während du dich anpasst. Das ist normal und vorübergehend. Du verlierst keine Spielstärke; du deckst einfach eine Lücke in deiner Schnelligkeit auf. Wenn du dich erst mal mit dem Tempo wohlfühlst, klettern diese Punkte schneller wieder hoch, als du denkst, weil die Berechnungsgewohnheiten aus deinen 3+2-Partien immer noch da sind - du greifst einfach schneller drauf zu jetzt.