Kann ich Solarpanels auf dem Dach installieren, ohne die Elektroanlage zu sanieren?

Ich dachte darüber nach, Solarpanels auf mein Haus in Mailand zu installieren, aber ich will die komplette Elektroinstallation nicht sanieren. Was muss ich tun, um sie anzuschließen? Reicht es, einen Wechselrichter hinzuzufügen, oder muss ich zwingend den Stromkasten und die Kabel wechseln?

7 Antworten

★ Beste Antwort

Die Realität ist, dass viele ältere Hausanlagen, besonders in Mailand, wo es viele Häuser aus den 70er und 80er Jahren gibt, ein großes Problem haben: die Kabel sind nicht dimensioniert, um die zusätzliche Last zu tragen, die eine Photovoltaikanlage erzeugt. Es geht nicht nur um den Wechselrichter. Wenn du direkt an den bestehenden Schaltschrank anschließt, ohne die Kabelquerschnitte und die Kapazität des Zählers zu überprüfen, riskierst du, Engpässe zu schaffen, die die Effizienz der Module reduzieren und auch Überhitzungsrisiken mit sich bringen.

Was man wirklich braucht, ist eine ernsthafte technische Bewertung, bevor man anfängt. Ein Elektriker mit Erfahrung in Photovoltaik wird den tatsächlichen Zustand deiner Kabel, die Position des Schaltschranks und die Leistung deines Vertrags mit dem Netzbetreiber überprüfen. Wenn alles in Ordnung ist, reicht vielleicht einfach ein neuer Wechselrichter. Aber oft müssen zumindest einige interne Verbindungen erneuert werden und ein neues Schutzgerät speziell für die Module installiert werden, damit diese nicht direkt mit dem Rest der Anlage „kommunizieren". Das ist keine komplette Umgestaltung, aber auch nicht einfach so selber zu machen.

Das hängt vom aktuellen Zustand deiner Anlage ab. Wenn du einen anständigen Stromkasten hast und die Leitungen in gutem Zustand sind, reicht es oft aus, einfach einen Wechselrichter hinzuzufügen und die Panels über den vorhandenen Kasten anzuschließen, ohne alles umzukrempeln. Ein Elektriker muss aber trotzdem überprüfen, ob deine Anlage die Leistung verkraftet (je nach Stromstärke des Zählers und der Leitungen) und ob sie die aktuellen Vorschriften für den Photovoltaik-Anschluss erfüllt - möglicherweise sind kleine Anpassungen nötig wie ein Überspannungsableiter oder ein spezieller Schalter, nicht unbedingt eine komplette Umgestaltung. Die gute Nachricht ist, dass es fast nie nötig ist, den ganzen Kasten auszutauschen; im schlimmsten Fall fügst du Module zum vorhandenen Kasten hinzu.

Es stimmt nicht ganz, dass ein Wechselrichter ausreicht, wenn die Anlage alt ist, aber es gibt da etwas, das viele nicht bedenken: Bevor du irgendwelche Arbeiten anfängst, lass einen zugelassenen Elektrofachmann eine Thermografieprüfung des Verteilers und der Kabel durchführen - das kostet oft nicht viel und zeigt dir genau, was du so lassen kannst und was wirklich angepasst werden muss. So vermeidest du teure Überraschungen und merkst vielleicht, dass bestimmte Strecken okay sind, während andere wirklich überarbeitet werden müssen.

Der kritische Punkt, den wirklich niemand erwähnt: die Netzeinspeisung. Wenn du wirklich "nichts anfassen" willst, könntest du theoretisch ein komplett autarkes System mit Batterien installieren, aber dann verlierst du völlig den wirtschaftlichen Vorteil der Solaranlage, weil Batterien extrem teuer sind und nicht lange halten. Wenn du aber die Fotovoltaikanlage wie die meisten nutzen willst (ins Netz einspeisen, Stromrechnung senken), muss der Schaltschrank zwangsläufig verändert werden - das ist keine Wahl, das schreibt die Norm vor.

Was ihr wirklich ohne großen Umbau machen könnt: die bestehende Anlage behalten und den Wechselrichter in einer neuen separaten Leitung einbauen, die direkt vom Zähler weggeht. Aus konstruktiver Sicht ist das nicht optimal, aber wenn euer Schaltschrank ohnehin schon voll ist, spart ihr euch so einen kompletten Umbau. Allerdings braucht ihr trotzdem noch Schutzvorrichtungen (Überspannungsschutz, Fehlerstromschutzschalter für die Fotovoltaikanlage) und einen guten Fachmann, der diesen Anschluss nach Norm hinbekommt. Vor allem in Mailand haben Anlagen aus den 70er und 80ern oft noch Aluminiumleitungen oder zu kleine Querschnitte, deshalb solltet ihr vor Arbeitsbeginn unbedingt eure Schaltanlage von einem Fachmann prüfen lassen.

Das Erste, das ihr überprüfen solltet, ist, ob euer Vertrag mit dem Netzbetreiber eine Installation ohne vorherige Anmeldung erlaubt, denn Mailand und die Metropolregion haben ziemlich strenge Vorschriften dazu. Wenn ihr beschließt, nichts an der bestehenden Anlage zu verändern, ist es technisch mit einem Hybrid-Wechselrichter und Speicherbatterien möglich, aber dann speist ihr keine Energie ins Netz ein und das lohnt sich nur, wenn ihr reinen Eigenverbrauch wollt, sonst schränkt ihr die wirtschaftliche Rentabilität eurer Investition erheblich ein. Die Überprüfung, die ich euch wirklich empfehlen würde, ist eine vorherige Beratung mit einem zertifizierten Elektriker, der euch schwarz auf weiß sagt, ob eure Anlage ohne Arbeiten standhält, denn schlecht ausgeführte Arbeiten kosten mehr als sie von Anfang an richtig zu machen.

Wenn die Anlage bereits eine gute Erdung hat und der Zähler modern ist, reicht es oft wirklich aus, nur den Wechselrichter hinzuzufügen und die notwendigen Verbindungen herzustellen, ohne den Hauptverteiler anzufassen. Was niemand je sagt: Vorher solltest du deinen Energieversorger fragen, ob deine Leitung die Panels verkraftet - manche Gegenden haben Beschränkungen bei der Leistung, die ins Netz eingespeist werden darf, und das hinterher rauszufinden, wenn du schon Geld ausgegeben hast, ist richtig blöd. Ein praktischer Trick ist, mit einem System von 3 - 4 kW ohne Batterien anzufangen (viel günstiger und unkomplizierter) und zu schauen, wie es ein Jahr lang läuft; wenn es funktioniert und du keine Probleme hast, kannst du es später notfalls noch ausbauen.

Ein Wechselrichter allein reicht nicht aus, die Jungs sagen dir da zwar richtige Dinge, aber unvollständig: Was du wirklich brauchst, ist eine Netzanschlussbestätigung (wenn du Überschussstrom verkaufen willst) oder ein Hybridsystem mit Stromspeicher, und in beiden Fällen verlangt die Agentur der Zölle und Monopole spezifische Überprüfungen der Anlage. Wenn dein Schaltschrank aus den 70er- oder 80er-Jahren stammt, wirst du sehr wahrscheinlich mindestens einen separaten Bereich mit DC-Schaltern und Schutzvorrichtungen für die Paneele hinzufügen müssen - du kannst nicht einfach alles in den alten Schaltschrank quetschen und hoffen, dass es gut geht. Der einzige Weg, um wirklich möglichst wenig zu ändern, ist die Installation eines vollständig autarken Systems mit Stromspeicherbatterien, aber dann verzichtest du darauf, mit dem Stromnetz Geld zu verdienen, und sowieso muss ein qualifizierter Elektriker das Projekt unterzeichnen.

Deine Antwort

Anmeldenzum Beantworten.