Das Wichtigste hier ist, dass die Unterscheidung zwischen berechtigter Sorge und emotionaler Kontrolle kompliziert ist, aber der Schlüssel liegt in der Art der Kommunikation. Wenn dein Freund dir einfach sagt "das macht mich unwohl" und dann deine Entscheidung respektiert, auch wenn sie ihm nicht gefällt, ist das anders, als wenn er dir ein Ultimatum stellt oder sich jedes Mal ärgert, wenn du deine Ex erwähnst. Das Unbehagen in solchen Situationen ist normal - viele Paare fühlen sich bei Exes unsicher - aber das, was eine gesunde Beziehung auszeichnet, ist, wie verhandelt wird.
Stell dir selbst ein paar Fragen: Wie häufig ist der Kontakt? Ist er vollkommen platonisch oder gibt es etwas, das sich nicht ganz komfortabel anfühlt? Hat dein Freund konkrete Gründe, um zu misstrauen, oder ist es einfach nur Unsicherheit? Denn es gibt einen Mittelweg zwischen "du brichst jeden Kontakt ab oder wir trennen uns" und "mach, was du willst, ohne Grenzen". Du könntest vereinbaren, dass die Freundschaft existiert, aber diskret ist, dass es keine Paarbeziehungs-Vertraulichkeiten mit der Ex gibt, oder einfach, dass du ihm Bescheid sagst, wenn du mit dieser Person sprechen wirst. Das ist nicht, alles aufzugeben, sondern zu zeigen, dass du die aktuelle Beziehung respektierst.
Das Wichtigste ist, dass auch du eine Stimme in dem Gespräch hast. Wenn du merkst, dass dein Freund in anderen Dingen auch kontrollierend ist - dass er dir sagt, mit wem du sprechen darfst, wohin du gehen darfst usw. - dann gibt es ein größeres Problem. Aber wenn es nur um dieses Thema geht, lohnt sich ein ruhiges Gespräch, in dem du erklärst, warum dir diese Freundschaft wichtig ist, und wirklich zuhörst, warum sie ihm Unsicherheit bereitet. Manchmal ist die Lösung nicht, den Kontakt zu kappen und auch nicht, ihn machen zu lassen, was er will, sondern sich besser zu verstehen.