Das ist eher eine Sache der Psyche, die nach einem Verlust eine Verbindung zu diesem Menschen sucht. Wenn jemand stirbt, beginnt das Gehirn unbewusst, Informationen unter dem Winkel dieses Verlustes zu filtern - du bemerkst seine Musik, weil sie dir jetzt bedeutsam ist, und auf die anderen Geräusche achtest du einfach nicht. Wenn du dich schon längst nicht mehr an Opas Lieder gedacht hättest, hätte dir wahrscheinlich nicht so viel davon auffallen können. Das nennt sich selektive Wahrnehmung und ist völlig normal nach einem Trauererlebnis.
Dazu kommt der Effekt der „rosa Maschineneffekt" - wenn du von etwas erfährst, siehst du es plötzlich überall. Musik gibt es überall: in Läden, in sozialen Netzwerken, in den Autos von Freunden. Du hast sie nur früher nicht bewusst gesucht, jetzt suchst du unbewusst danach. TikTok-Empfehlungen funktionieren ohnehin auf Basis der Sehhistorie und des Algorithmus - es ist völlig logisch, dass dort das auftaucht, das dich gerade interessiert.
Das bedeutet nicht, dass deine Gefühle illegitim sind oder dass du mit deinem Skeptizismus falsch liegst. Nach einem Todeserlebnis sucht das Gehirn tatsächlich nach Trost und Verbindung - das ist eine völlig normale psychologische Reaktion auf Trauer. Du kannst diese „Zufälle" als etwas Schönes wahrnehmen, das dir hilft, dich an Opa zu erinnern, ohne dabei an Mystik zu glauben. Beides gleichzeitig - das ist ein gesundes Verhältnis dazu.