Ich hab das ständig mit Schichtplänen. Als ich vor ein paar Jahren nachts gearbeitet hab, hab ich während meiner Kontrollgänge die Uhr ständig um 3:33 Uhr gesehen - hat sich echt unheimlich angefühlt, bis ich gemerkt hab, dass ich in diesen ruhigen Stunden viel öfter auf die Uhr geschaut hab, und mein Gehirn hat im Grunde nur die merkwürdigen Zeiten rausgefiltert. Das, was die Leute aber oft nicht erwähnen, ist, dass man, sobald man ein Muster *bemerkt*, unbewusst anfängt, zu Zeiten auf die Uhr zu schauen, die dazu passen könnten. Dein Blick schweift nämlich automatisch um bestimmte Minuten zu den Uhren, weil dein Gehirn schon teilweise erwartet, die Zahl zu sehen.
Dein Kumpel hat mit Zufall nicht unrecht, aber es geht spezifischer um die Funktionsweise deiner Aufmerksamkeit als um reine Zufälligkeit. Du hast 1.440 Minuten am Tag, und 11:11 kommt zweimal vor (einmal morgens, einmal abends), also statistisch sollte das kaum auffallen. Aber nachdem du es ein- oder zweimal gesehen hast, hast du angefangen, auf Uhren zu schauen, während die Erwartung im Hinterkopf rumschwebt, was bedeutet, dass du viel wahrscheinlicher genau im richtigen Moment hinschaust. Es ist wie, wenn man plötzlich überall ein bestimmtes Automodell sieht, nachdem man was davon gehört hat.
Wenn du wirklich testen willst, ob da was Verrücktes läuft, schnapp dir ein Notizbuch und schreib auf, jedes Mal wenn du für zwei Wochen am Stück auf die Uhr schaust, was gerade drauf steht. Die meisten Leute stellen fest, dass 11:11 bei ihnen lange nicht so oft vorkommt, wie sie dachten, wenn sie das machen. Du könntest auch einfach akzeptieren, dass dein Gehirn diese Symmetrie cool fand, und weitermachen - ich hab jetzt drei Monstera-Pflanzen, teilweise weil ich mich auf eine im Gartencenter versteift hab, und das ist ganz gut gelaufen.