Ich würde sagen, dass es hier weniger um Marker geht, sondern darum, wie du dich im Alltag fühlst. Das Wichtigste ist, wenn die Erinnerungen an die Beziehung aufhören, aufdringlich und schmerzhaft zu sein. Wenn du dich an die guten Momente erinnern kannst, ohne einen bitteren Groll zu empfinden, und an die schlechten, ohne den Wunsch, alles rückgängig zu machen. Das bedeutet nicht, dass der Schmerz vollständig verschwunden ist, aber er wird handhabbar, nicht lähmend.
Der zweite Punkt ist Unabhängigkeit. Du triffst wieder leicht Entscheidungen, kannst einen Abend alleine verbringen und fühlst dich nicht leer, als müsste du diese Leere sofort mit einem neuen Menschen füllen. Wenn du dich dabei ertappst, dass du sofort jemanden suchst, weil die Einsamkeit unerträglich ist - das ist ein Signal, dass es noch zu früh ist. Neue Beziehungen in diesem Zustand werden oft zur Krücke für ein verletztes Ego, nicht zur Wahl.
Und ja, es ist sehr wichtig, sich selbst ehrlich zu fragen: Was erwarte ich von neuen Beziehungen? Wenn die Antwort so klingt wie „Ich will das vergessen", „Ich muss beweisen, dass ich jemanden Besseren verdiene" oder „Ich werde glücklich sein, wenn ich mit jemandem zusammen bin" - dann bist du wahrscheinlich noch nicht bereit. Ein Psychologe hilft dir, diese Muster zu erkennen, aber der eigentliche Indikator ist, wenn neue Beziehungen eine Ergänzung zu einem nicht mehr völlig zerstörten Leben werden, nicht seine Rettung.