Leinen verliert etwa 20-30% seiner Knitterbeständigkeit, sobald es in die Waschmaschine kommt, also kämpfst du von Anfang an bergauf. Der eigentliche Trick, den die meisten übersehen, ist, dass du Leinen gar nicht vollständig trocknen möchtest - genau dann setzen sich die Fasern in permanente Falten. Besser funktioniert es, wenn du es herausholst, während es noch feucht ist (so etwa 60-70% trocken), und es sofort auf einen ordentlichen Kleiderbügel hängst. Glätte es mit deinen Händen für vielleicht 30 Sekunden, achte darauf, dass Nähte und Kragen gerade sind, und lass dann die Luftzirkulation die Arbeit beenden. Die Feuchtigkeit hilft den Fasern, in ihren ursprünglichen Zustand zurückzukehren, statt Falten festzulegen.
Wo die Leute danebengehen, ist, dass sie denken, ein Dampfgarer behebt hinterher alles. Dampfgarer helfen definitiv bei hartnäckigen Falten, aber sie sind eher ein Wartungswerkzeug als eine Lösung - du gibst immer noch 10 Minuten pro Hemd aus. Der vorbeugende Ansatz spart eigentlich Zeit. Falte oder hänge Leinen unmittelbar nach dieser Hand-Glätt-Phase auf und lagere es locker, damit Luft darum zirkulieren kann. Ich habe festgestellt, dass Leinen, das eine Woche lang zusammengequetscht in einer Schublade gelegen hat, viel mehr Falten kriegt als etwas, das frei hängend war.
Noch eine Sache - akzeptiere, dass Leinen nie „knusprig" im klassischen Sinne aussehen wird. Es wird entspannt und getragen aussehen, und genau das ist der ganze Sinn beim Tragen. Ein paar Falten sind einfach Teil der Ästhetik. Wenn du wirklich schneidscharfe Bügelfalten brauchst, ist Leinen ohnehin nicht dein Stoff.