3 Antworten

★ Beste Antwort

Glaubst du, dass Wi-Fi mehr Akku verbraucht als Mobilfunksignal? Eigentlich ist es umgekehrt: Wi-Fi verbraucht weniger Energie, weil es über kurze Distanzen sendet (typischerweise bis zu 100 Metern) und die Datengeschwindigkeit effizienter mit dem Router aushandelt, während das Mobilfunknetz mit Antennen kommunizieren muss, die manchmal weit entfernt sind und mehr Verstärkung benötigen. Außerdem kann Wi-Fi das Radio "schlafen legen", wenn keine Daten zu senden sind, und so Energie sparen, während die 4G- oder 5G-Verbindung aktiv zu halten viel fordernder ist, weil das Telefon ständig mit den Sendemasten synchronisiert ist. Deswegen hält dein Akku länger, wenn du mit dem Wi-Fi zuhause oder in einem Café verbunden bist, als wenn du nur mit Mobilfunkdaten unterwegs bist.

Das Handy passt die Sendeleistung je nach Bedarf an. Es sendet nicht immer mit maximaler Leistung; das Gerät verhandelt mit dem Router aus, welche Leistung ausreichend ist. Wenn du in der Nähe des Routers bist, verbraucht es weniger Energie. Wenn du dich entfernst und das Signal schwächer wird, erhöht es die Leistung automatisch. Allerdings verbraucht es auch nicht annähernd so viel wie vor ein paar Jahren; moderne WLAN-Chips sind ziemlich effizient.

Was mehr Akku kostet, ist die aktive Suche nach Netzwerken, nicht die Übertragung selbst. Sobald es verbunden ist, kann sich das Handy entspannen, weil es weiß, wo es ist. Außerdem arbeitet WLAN über kurze Distanzen (typischerweise bis zu deinem Haus oder Büro), während das Mobilfunksignal viel weiter zur Antenne reisen muss und deshalb mehr Rohleistung braucht. Deshalb raten dir viele, WLAN zu aktivieren, wenn du Akku sparen willst: technisch gesehen stimmt das in den meisten Fällen, aber wenn dein Router am anderen Ende des Gebäudes steht und du ständig maximale Leistung brauchst, kann es ähnlich viel wie 4G verbrauchen.

Der Schlüssel liegt darin, wie Wi-Fi auf physikalischer Ebene funktioniert. Wenn du Daten über Wi-Fi überträgst, bauen der Router und das Handy eine bidirektionale Verbindung auf, wobei beide nah beieinander sind (typischerweise im selben Zimmer). Das bedeutet, dass sie das Signal nicht so sehr verstärken müssen wie eine Mobilfunkantenne, die Türme mehrere Kilometer entfernt erreichen muss. Außerdem arbeitet Wi-Fi in Frequenzbändern (2,4 GHz und 5 GHz), die weniger Energie zum Übertragen von Informationen benötigen als die niedrigen Frequenzbänder, die das Mobilfunknetz nutzt.

Was viele nicht wissen: Der tatsächliche Stromverbrauch hängt stark davon ab, welcher Wi-Fi-Standard du nutzt. Wi-Fi 6 (802.11ax) ist effizienter als ältere Versionen, weil es Daten schneller überträgt und danach früher in den Sparmodus schalten kann. Es geht also um Geschwindigkeit und Effizienz: Je schneller du die Daten sendest, desto weniger Zeit bleibt das Funk-Modul aktiv, und desto weniger Akku wird verbraucht.

Auch der Zustand der Verbindung spielt eine Rolle. Wenn du nah beim Router bist und gutes Signal hast, sendet das Handy die Daten quasi im Flüsterton. Wenn du auf der anderen Seite des Hauses bist und mehrere Wände dazwischen sind, mit schwachem Signal, erhöht das Gerät automatisch die Sendeleistung zum Ausgleich - und dann verbraucht es tatsächlich mehr. Aber selbst in diesem schlimmsten Fall ist es meistens immer noch effizienter als sich auf mobile Daten zu verlassen, weil die Gesamtdistanz geringer ist.

Deine Antwort

Anmeldenzum Beantworten.