Zeit und Geduld - das ist das wichtigste Mittel, aber es gibt einen konkreten Weg, den Prozess zu beschleunigen. Versuche, die Ratte aus deiner Hand zu füttern - leg einfach ein Leckerli (Rosinen, ein Bananenstück) auf deine Handfläche und setz dich daneben, ohne ruckartige Bewegungen zu machen. Die Ratte wird nach und nach verstehen, dass die Hand eine Futterquelle ist und keine Bedrohung. Zischen und Bissversuche in den ersten Tagen nach dem Umzug aus der Zoohandlung sind fast immer eine Schutzreaktion und kein Zeichen angeborener Aggressivität.
Als ich meinem Freund dabei half, ein Terrarium für seine Ratte einzurichten, benahm sie sich die ersten zwei Wochen auch aggressiv. Wir haben einfach einen Handschuh (sauber, ohne Waschmittelgeruch) in den Käfig gelegt und ihn dort gelassen - das Tier gewöhnte sich an den menschlichen Geruch. Gleichzeitig boten wir Leckerlis durch die Gitterstäbe des Käfigs an. Nach etwa anderthalb Monaten sprang die Ratte schon auf die Schulter, völlig zahm. Das Wichtigste - stoße deine Hände nicht ruckartig in den Käfig und fang sie nicht mit Gewalt, sonst verfestigt sich die Angst nur.
Stell auch sicher, dass der Käfig groß genug ist, Verstecke und Spielzeug hat. Eine gelangweilte und verängstigte Ratte beißt viel lieber als eine, die beschäftigt ist und sich sicher fühlt. Und ja, junges Getier aus den Zoohandlungen hat oft Angst - das ist nicht ihre Schuld.