Wie verwaltet man eine Freundschaft, wenn einer von euch ins Ausland gezogen ist?

Mein bester Freund ist vor zwei Jahren wegen der Arbeit in die Schweiz gezogen und mittlerweile hören wir immer weniger voneinander. Am Anfang haben wir oft Videoanrufe gemacht, aber jetzt ist es wegen der Zeitverschiebung und unserer Verpflichtungen schwierig geworden. Mir fehlt es, persönlich mit ihm zusammen zu sein, aber ich möchte nicht, dass unsere Freundschaft endet. Wie schafft man es, eine echte Freundschaft aus der Ferne lebendig zu halten, ohne dass sie oberflächlich wird?

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Ich habe eine Freundin, die vor drei Jahren nach Deutschland gezogen ist, und anfangs war ich überzeugt, dass wir uns entfremden würden, aber wir haben herausgefunden, dass es besser funktioniert, wenn man nicht versucht, wöchentliche Videoanrufe zu erzwingen, sondern Dinge zusammen macht, auch aus der Ferne - wie online spielen, eine Serie zur gleichen Zeit schauen und sich Nachrichten schreiben, oder Fotos von dem schicken, was ihr gerade macht. Das Wichtigste für mich war, dass wir akzeptiert haben, dass sich der Rhythmus ändern wird und dass ihr euch manchmal seltener seht, weil das normal ist und nicht bedeutet, dass die Freundschaft stirbt, sie verändert sich einfach.

Das, was wirklich funktioniert, ist, einen Rhythmus zu finden, der für keinen von euch eine Belastung ist. Wenn Videoanrufe zur Pflicht werden und euch stressen, ist es normal, dass ihr euch weniger austauscht. Aber du solltest auch nicht zulassen, dass die Kommunikation ganz zum Erliegen kommt - der Unterschied zwischen einer Fernfreundschaft, die hält, und einer, die verblasst, liegt oft genau daran: sie "lebendig" zu halten bedeutet nicht Intensität, sondern Kontinuität.

Was du versuchen könntest, ist, natürlichere Momente zu schaffen - vielleicht zufällige Nachrichten tagsüber, wenn dir einfällt, etwas mit ihm zu teilen, ohne den Druck eines langen Anrufs. Schickt euch ab und zu Fotos, Links zu Dingen, die euch an den anderen erinnern, Witze. Lange Videoanrufe könnt ihr machen, wenn ihr wirklich Lust drauf habt, nicht unbedingt jede Woche. Und wenn es geht, spart euch auch nur einmal im Jahr oder alle zwei Jahre das Geld zusammen, um euch persönlich zu besuchen - es ist nicht häufig, aber es hat einen großen Wert, um die Bindung wieder aufzuladen.

Eine Frage aber: Wenn du sagst, dass ihr euch weniger austauscht, habt ihr zwei das je wirklich miteinander besprochen? Manchmal hat einer das Gefühl, der "Verantwortliche" für den Kontakt zu sein und wird müde, während der andere es gar nicht merkt. Wenn das an die Oberfläche käme, würde es leichter sein, ein System zu finden, das für euch beide funktioniert?

Davide1984 asker Ja, wir haben darüber ein paar Mal geredet, aber es war immer ziemlich allgemein. Ich glaube, ich sollte direkter und klarer sein, was meine Gefühle angeht.

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