Ich würde dir definitiv empfehlen, größer statt kleiner zu gehen. Ich habe selbst ein bisschen Handtremor von Jahren auf der Straße, und als ich mir Modellbau als Beschäftigung während meiner Winterpausen zwischen Fahrten gegönnt habe, habe ich festgestellt, dass 1:24 deutlich leichter zu handhaben ist als kleinere Maßstäbe. Die Teile sind groß genug, dass man sie wirklich greifen kann, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu zerquetschen, und die Anleitung ist größer gedruckt, sodass man nicht ständig blinzeln muss. 1:64 könnte wie ein leichterer Einstieg aussehen, aber ehrlich gesagt sind diese winzigen Teile der Horror, wenn deine Hände nicht ganz ruhig sind - ich habe gesehen, wie mein Neffe mit absolut ruhigen Händen die Geduld mit ihnen verloren hat.
Ein ordentliches Schreibtischsetup hilft dir viel mehr, als einen kleineren Maßstab anzustreben. Besorg dir eine anständige Inspektionsleuchte mit Lupe und Ständer, sodass deine Hände frei sind zum Arbeiten, und vielleicht eine Hobby-Arbeitsmatte mit Griffpolstern, damit die Teile nicht verrutschen. Ich benutze eine simple Tischklemmenleuchte mit 3er-Lupe und das hat einen riesigen Unterschied gemacht. Du musst nicht ein Vermögen ausgeben - ich habe anständige Sets für unter 100 Dollar gesehen. Die Vergrößerung und gute Beleuchtung machen dein Zittern tatsächlich weniger bemerkbar, weil du nicht gegen schlechte Sichtbarkeit ankämpfst.
Fang mit einem unkomplizierten Tamiya 1:24 Bausatz an, etwas ohne tonnenweise winzige Detailteile. Der Kunststoffkleber und die Farbe erfordern etwas Übung, aber dafür sind die Lupe und Geduld da. Nimm dir Zeit, arbeite in kleinen Abschnitten, vielleicht 20 - 30 Minuten am Stück statt alles auf einmal zu machen. Das Bauen wird meditativ, sobald du einen Rhythmus hast, und ehrlich gesagt hat mir das mehr geholfen, mein Hirn beieinander zu halten, als alles andere, das ich in diesen langen Winterpausen gefunden habe, wenn ich nicht unterwegs bin.