Nicht einfach so ausschlagen, ohne vorher zu checken, was überhaupt auf dich zukommt - das wäre doof. Du hast drei Monate Zeit ab dem Todesfall, um dich zu entscheiden, aber in der Zeit solltest du den Nachlass ordentlich durchforsten. Bei Kryptos ist das tückisch, weil die eben nicht auf klassischen Konten auftauchen.
Fang damit an, alle Unterlagen deines Onkels durchzugehen: E-Mails, Passwörter (falls irgendwo notiert), Kontaktdaten zu Börsen wie Kraken oder Binance, Hardware-Wallets, Notizen etc. Viele Leute schreiben ihre Seed-Phrasen auf oder haben Passwort-Manager. Guck auch nach Steuererklärungen - da könnten Gewinne oder Trades vermerkt sein. Falls ihr auf gar nichts stoßt, könnt ihr auch bei den großen Börsen anfragen, ob dort ein Konto auf seinen Namen registriert war. Das dauert aber und ist nicht garantiert, dass die helfen.
Zur Ausschlagung selbst: Die kannte die vorherige Antwort ja schon, aber der Punkt ist - bevor du ausschlägst, sollte klar sein, ob das wirklich nötig ist. Wenn da tatsächlich große Cryptos sind, könnte das Erbe positiv sein. Wenn du aber absolut nichts findest und ernsthaft Angst hast vor versteckten Schulden, dann ja, beim Nachlassgericht eine Ausschlagungserklärung einreichen - aber das muss wirklich fristgerecht sein. Besser vielleicht vorher mit nem Anwalt klären, sonst bereust dus hinterher.