Ein Schulwechsel ist eine große Umstellung, und manche Kinder brauchen länger, um sich einzugewöhnen als andere. Ein Jahr ist ehrlich gesagt immer noch ziemlich früh, vor allem wenn er eine etablierte Freundesgruppe zurücklassen musste. Das heißt aber, es gibt einen Unterschied zwischen einer Eingewöhnungszeit und völliger Isolation. Die Tatsache, dass er sich nicht für Clubs oder Sport interessiert, sollte man beachten, denn das sind natürliche Orte, an denen Freundschaften entstehen. Manche Kinder sind einfach introvertiert und das ist okay, aber mit 16 sollte man sichergehen, dass er sich nicht aus Angst oder Depression isoliert, sondern nur aus Veranlagung.
Ich würde dir vorschlagen, ein lockeres Gespräch mit ihm zu führen, ob er überhaupt Freunde haben will oder ob ihn etwas abhält. Ist er nervös, wenn es darum geht, auf Leute zuzugehen? Hat er das Gefühl, nicht dazuzupassen? Oder ist er wirklich zufrieden, sein eigenes Ding zu machen? Nur Videospiele spielen ist an sich nicht schlecht, aber wenn es *statt* jeglicher sozialer Kontakte ist, ist das etwas anderes, als wenn er auch online mit Leuten redet oder manchmal rausgeht. Du könntest ihn auch sanft zu niedrigschwelliger sozialer Aktivität ermutigen - nicht unbedingt zu Wettkampfsport oder Clubs, sondern eher zu Gaming-Gruppen in der Bücherei, Online-Communities zu seinen Interessen oder sogar nur, dass er eine Person einlädt, etwas zusammen zu machen.
Wenn er deprimiert, zurückgezogen oder unglücklich wegen seiner Einsamkeit wirkt, dann würde ich mir Sorgen machen und es vielleicht mit jemandem besprechen. Aber wenn er wirklich zufrieden mit der Situation zu sein scheint, könnte zu viel Druck nach hinten losgehen. Bei manchen Menschen erweitert sich der Freundeskreis ganz natürlich, wenn sie erst mal eine Person zum Verbindung aufbauen - und dann schneeballt es von dort aus.