Du steckst in der Situation von Tausenden Eltern gerade, und das Gute ist: Es ist nicht irreversibel. Sechs Stunden täglich auf TikTok mit 14 Jahren bedeutet, dass die App ihn praktisch gefangen hat, und ihm das Handy einfach so wegzunehmen schafft nur Konflikt, ohne das eigentliche Problem zu lösen - nämlich die Sucht. Die "absurden Szenen", die du beschreibst, sind Symptome echter Abhängigkeit, wie Entzugserscheinungen. Wenn du es so machst, ist er frustriert und ihr landet in konstantem Krieg. Das funktioniert nicht.
Was besser funktioniert (und ich sage das, weil ich gesehen habe, dass viele Eltern das gut hinbekommen), ist, ihn in die Entscheidung einzubeziehen, nicht sie ihm aufzuzwingen. Setz dich mit ihm in einem ruhigen Moment hin, nicht während er auf TikTok ist, und rede ernst mit ihm. Nicht urteilen, sondern einfach gemeinsam beobachten: Die Noten sind gesunken, vielleicht schläft er nicht gut, ist nervös, wenn er sein Handy nicht hat. Frag ihn, was er denkt, ob 6 Stunden täglich für ihn ok sind. Er könnte dir sagen "ja, ich brauche das" - dann geht ihr zusammen der Frage nach, warum: Was fasziniert ihn so sehr daran? Schlagt ihm derweil ein vereinbartes Limit vor, nicht eines, das ihr ihm aufzwingt. Vielleicht 2 - 3 Stunden täglich, aber er entscheidet mit. Manche Apps haben Elternkontrollen, die er sieht, nicht versteckt - macht es wie eine Abmachung zwischen euch.
Auch wichtig: das Handy beim Essen vom Tisch nehmen ist essentiell, aber gebt es ihm nach dem Essen ohne Drama zurück, wenn er sich an die Abmachung hält. Ersetzt wenigstens einen Teil dieser 6 Stunden durch etwas, das er wirklich machen will (Fußball, Gaming auf der Konsole, irgendwas). Und ja, die Noten werden nur besser, wenn er mehr lernt, aber oft passiert das fast von selbst, wenn das Handy nicht ständig da ist.