Für gelegentliche Reisefotografie ist JPEG ehrlich gesagt völlig ausreichend, wenn du mit deinen Ergebnissen zufrieden bist. Das eigentliche Problem ist nicht, ob RAW in irgendeinem absoluten Sinne „lohnenswert" ist - es geht darum, was du danach mit deinen Fotos machst. Wenn du fotografierst, vielleicht Helligkeit und Sättigung auf deinem Handy anpasst und das war's, verarbeitet JPEG das perfekt. Deine A6700 macht hervorragende In-Camera-Verarbeitung, du verlierst also da keine Qualität.
Der Unterschied zeigt sich, wenn etwas schiefgeht oder du kreative Kontrolle willst. Ich war letztes Jahr unterwegs und habe überwiegend in JPEG fotografiert, und bin in eine knifflige gemischte Beleuchtung zur Golden Hour geraten. Zu Hause angekommen, hätte ich mir gewünscht, in RAW fotografiert zu haben, weil ich die Schattendetails nicht zurückholen oder den Farbstich korrigieren konnte, ohne dass das Bild auseinanderfällt. RAW gibt dir eine echte zweite Chance - du kannst überbelichtete Lichter zurückholen, Schatten aufhellen und den Weißabgleich verschieben, ohne das Bild zu zerstören. Mit JPEG bist du festgelegt auf das, was die Kamera in diesem Moment entschieden hat.
Speicherplatz ist das eigentliche Thema. Deine A6700 schießt große Dateien, und wenn du mit begrenzten Speicherkarten unterwegs bist, ist das eine legitime Einschränkung. Aber hier ist, was bei den meisten funktioniert: Schieß RAW für Situationen, bei denen du weißt, dass du Kontrolle willst - düstere Innenräume, knifflige Belichtungen, wichtige Momente. Bleib bei JPEG für Schnappschüsse und offensichtliches Tageslicht, bei denen die Kamera ohnehin ins Schwarze trifft. Du musst dich nicht für das eine oder andere verpflichten. Ein Mittelweg könnte sein, größere Speicherkarten für Reisen zu besorgen (die sind jetzt günstig im Vergleich zu damals) und selektiv zu wählen, welches Format du nutzt. So hast du das Sicherheitsnetz, wenn du es brauchst, ohne deinen Speicher bei allem aufzublähen.