Haare reagieren auf Stress über das Hormonsystem, aber der Mechanismus ist etwas komplizierter als nur die Ausschüttung von Cortisol. Wenn du ständig unter Anspannung stehst, verteilt dein Körper Ressourcen auf „kritische" Funktionen um - Herzschlag, Atmung, Muskeln. Die Haarfollikel wechseln aus der Wachstumsphase in die Ruhephase und dann in die Ausfallphase. Das nennt sich telogenes Effluvium, und es kann auch noch andauern, nachdem der Stress vorbei ist - genau deshalb fallen Haare oft mit Verzögerung aus, Wochen oder Monate später.
Das Wichtigste ist: Das ist normalerweise ein reversibler Prozess, wenn der Stress nicht chronisch ist. Wenn der Druck vorbei ist und du dir eine Pause gönnst, sollten sich die Haare mit der Zeit von selbst erholen. Aber es gibt einen Haken: Wenn du anfängst, dich auf den Haarausfall zu fixieren und dich deswegen zu stressen, hält der Stress an, und der Kreislauf schließt sich. Es entsteht ein Teufelskreis, in dem die Sorge um die Haare ihrer Erholung im Wege steht.
Was wirklich hilft - die allgemeine Anspannung senken. Schlaf, körperliche Aktivität, der Versuch, sich für eine Weile von Problemen abzulenken. Wenn es möglich ist, große Aufgaben in kleinere Häppchen aufteilen, um nicht so viel Druck auf einmal zu spüren. Wenn der Haarausfall stark ist oder monatelang nicht aufhört - solltest du einen Dermatologen aufsuchen, weil es auch mehrere Ursachen gleichzeitig geben kann (Eisenmangel, Vitaminmangel, Schilddrüse).