Deine Schwester hat recht, es geht vor allem um eine optische Täuschung. Der Mond umkreist die Erde zwar auf einer elliptischen Bahn, sodass es Momente gibt, in denen er näher ist (Perigäum) und andere, in denen er weiter entfernt ist (Apogäum), aber dieser Entfernungsunterschied ist ziemlich gering - wir sprechen von etwa 50.000 Kilometern Unterschied zwischen den beiden Punkten. Was dein Auge als „riesig" wahrnimmt, wenn der Mond über dem Horizont aufgeht, hat damit fast nichts zu tun.
Was du siehst, ist der klassische optische Täuschungseffekt: Wenn der Mond niedrig am Horizont steht, vergleicht dein Gehirn ihn automatisch mit nahegelegenen irdischen Objekten - Gebäuden, Bäumen, Bergen - und nimmt ihn viel größer wahr. Außerdem hast du, wenn er hoch am Himmel steht, keine Bezugspunkte, weshalb er kleiner wirkt. Das ist ein Trick des Gehirns, nicht der Orbitalphysik. Im September 2026 gibt es nichts Besonderes, das den Mond signifikant näher bringt als zu anderen Jahreszeiten, also das, was du siehst, ist pure Perspektive und visueller Kontext.
Mein Tipp: Versuche, den Mond zu fotografieren, wenn du ihn „riesig" siehst, und schau dir dann das Foto auf dem Handy an. Du wirst überrascht sein, wie klein er darauf wirkt. Das bestätigt, dass es deine visuelle Wahrnehmung ist, die dich täuscht, nicht dass es eine echte Veränderung in seiner Größe oder Entfernung gibt.