Das Ding ist: Die Preissprünge sind real und nicht nur Wahrnehmung, aber die Gründe sind gemischter als man denkt. Bei mir in der Gegend hab ich das auch beobachtet - mein Lieblingslokale für Mittagessen ist von knapp unter 11 Euro auf 16,50 Euro hochgefahren, und das innerhalb von etwa anderthalb Jahren. Da spielen gleich mehrere Faktoren rein: Personalkosten sind gestiegen (und das war überfällig, ehrlich gesagt), Energiepreise sind immer noch höher als früher, und Lebensmittel kosten deutlich mehr. Die Inflation war ein Schub, aber sie ist nicht der einzige Grund.
Was viele nicht auf dem Schirm haben: Restaurantbesitzer sitzen auch nicht in entspannter Lage. Die Lohnkosten in der Gastronomie sind erheblich angewachsen, teilweise weil die Branche generell unattraktiver wurde (weniger Leute wollen da arbeiten), teilweise weil regulatorische Anforderungen gestiegen sind. Und naja, manche Lokale nutzen die Situation natürlich auch, um die Margen zu erhöhen - das ist business. Aber zu sagen, dass Gastronomen jetzt plötzlich viel mehr verdienen, würde ich nicht unterschreiben. Viele kämpfen gerade eher mit dünneren Gewinnspannen, weil ihre Kosten überproportional gestiegen sind.
Fakt ist: Wenn du beim gleichen Restaurant beobachtest, dass es teurer geworden ist, dann zahlst du für echte Kostensteigerungen mit - nicht nur für Gier. Regional sind die Unterschiede aber auch krass. In einer Großstadt zahlt man eh anders als auf dem Land.