Der Biathlon-Olympiasieger Sergej Tschepikow erwähnte in einem Interview, dass man bei einer Begegnung mit einem Bären vor allem nicht in Panik geraten und nicht weglaufen sollte. Der Sportler empfiehlt, langsam zurückzuweichen, dabei direkten Blickkontakt und ruckartige Bewegungen zu vermeiden. Das ist ein logischer Rat, wenn man bedenkt, dass Bären oft aus Angst oder zum Schutz ihres Territoriums angreifen und Panik das Raubtier nur reizt.
Aber hier ist ein wichtiger Punkt: Der Rat einer Person, selbst wenn sie Olympiasiegerin ist, macht ihn nicht zur universellen Regel für alle Situationen. Das Verhalten von Bären hängt von der Art ab (Braun-, Schwarzbär, Eisbär), von der Jahreszeit, ob Junge in der Nähe sind, und schließlich von der Entfernung der Begegnung. Wenn du einem Bären im Wald auf Distanz begegnest, dann ja, langsames Zurückweichen funktioniert. Wenn das Raubtier bereits nah heran ist und aggressiv - dann sind die Empfehlungen ganz andere.
In der Realität ist es besser, eine Begegnung ganz zu vermeiden: Lärm machen beim Gehen durch den Wald, keine Lebensmittel im Zelt lassen, sich einem Bärenjungen nicht nähern. Sportliche Form hilft hier nicht - das ist eine Frage für Förster und Biologen, nicht für Athleten, wie herausragend sie auch sein mögen.