Ich hab mir das lange Zeit auch zu viel Druck gemacht, als würde ich was verpassen, wenn ich nicht alles kenne. Die Realität ist: du brauchst gar nicht alle zu lesen. Manche Klassiker sind einfach nur anstrengend und nicht weil sie zu tiefgründig sind, sondern weil die Handlung nervt oder die Sprache total verkrustet wirkt.
Was mir geholfen hat: Anfangen mit dem, das dir vom Thema her zusagt. Wenn dich psychologische Knoten interessieren, dann „Schuld und Sühne" von Dostojewski statt irgendwelcher Abenteuerromane. Wenn du eher historische Dramen magst, ist „Die drei Musketiere" vielleicht mehr dein Ding als „Middlemarch". Du wirst viel mehr davon haben, wenn du ein Buch tatsächlich mit Spaß durchziehst statt dich durchzuquälen weil es irgendwo als Pflicht-Klassiker gelistet ist.
Ganz ehrlich: nicht alle Klassiker lohnen sich aus heutiger Perspektive. Manche sind historisch interessant, aber die Geschichte selbst ist mittlerweile einfach langweilig. Und du musst dich auch nicht schuldig fühlen, wenn dir was nicht gefällt. Die besten Klassiker sind diejenigen, die du tatsächlich zu Ende liest und bei denen dich danach noch was beschäftigt.