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Beleuchtung ist eigentlich die halbe Miete bei Aquarellmalerei :) Bei natürlichem Licht sehen die Farben so aus, bei künstlichem ganz anders. Gelbe Glühbirnen geben Wärme dazu und verdunkeln kalte Töne, während kühle LED-Lampen oder Tageslicht die ganze Pracht deiner Farben in voller Schönheit zeigen. Deshalb ist es sehr wichtig, unter derselben Beleuchtung zu malen, unter der die Leute deine Arbeit später ansehen werden, sonst wird es schiefgehen - du malst was in der Dämmerung und dann hängt an der Wand was ganz anderes.
Es gibt noch das Moment mit dem Reflexschein - wenn das Papier Licht reflektiert und beeinflusst, wie du Farben wahrnimmst. Weißes Aquarellpapier verstärkt das richtig gut, besonders wenn das Licht schräg einfällt. Deshalb wird bei Aquarellmalerei oft empfohlen, von der Seite zu malen und nicht direkt in die Lichtquelle zu schauen. So siehst du die Nuancen besser und wirst nicht von den Reflexen geblendet.
Der Tipp klingt banal, aber er funktioniert - geh regelmäßig vom Malblock weg und schau dir deine Arbeit aus der Ferne an, unter verschiedenen Bedingungen. Im Cottage bei Sonnenschein, im Zimmer bei der Lampe, tagsüber am Fenster. So merkst du, wie deine Aquarellmalerei im echten Leben aussieht, nicht nur in deiner Vorstellung :) Farben bei Aquarellmalerei sind überhaupt sehr tückisch, sie sind transparent und hängen vom Licht ab wie bei keine andere Technik.
Eigentlich beeinflusst die Beleuchtung nicht so sehr die Farben selbst, sondern eher, wie wir sie wahrnehmen. Das ist nicht ganz dasselbe. Die Farbe bleibt Farbe, aber unser Auge und unser Gehirn interpretieren sie je nach Lichtquelle unterschiedlich. Glühlampen fügen tatsächlich einen Gelbstich hinzu, aber es geht nicht nur ums „Wärmen" - sie dämpfen auch den Kontrast, machen die Schatten weicher. Bei Leuchtstofflicht hingegen werden die Farben härter und kälter, was manchmal hilft, Fehler in der Tonalität zu erkennen.
Das Wichtigste ist, niemals nur bei künstlichem Licht zu arbeiten und die eigene Arbeit zu bewerten, vor allem wenn man sie später im Tageslicht zeigen möchte. Ich habe mir ein LED-Panel mit einstellbarer Farbtemperatur gekauft und seitdem tut mir der Kopf gar nicht mehr weh. Wenn man bei falschem Licht zeichnet, kann man mit der Sättigung übertreiben oder das Bild matter machen, als es sein sollte. Am besten arbeitet man bei natürlichem, aber stabilem Licht - nicht in direkter Sonne, die harte Schatten wirft, sondern im weichen Tageslicht vom Fenster.
Das Wichtigste ist, bei demselben Licht zu malen, bei dem das Bild später hängen wird, sonst erlebst du eine unangenehme Überraschung. Ich kenne jemanden, der all seine Aquarelle unter einer Schreibtischlampe gemalt hat, und dann an der Wand bei Tageslicht sah es ganz anders aus. Jetzt passt er seine Palette bewusst dem natürlichen Licht an, auch wenn er abends arbeitet.
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