Apps können dir helfen, aber verwechsle nicht Wiederholung mit echtem Arbeiten an den Texten. Das, was die Leute vergessen, ist, dass du die Bücher komplett lesen musst, nicht nur Zusammenfassungen oder Lernzettel. Wenn du dich auf die schriftliche Prüfung vorbereitest, musst du in der Lage sein, präzise zu zitieren, eine Stelle zu erklären, ohne sie vor Augen zu haben. Die Quiz und Multiple-Choice-Tests der Apps geben dir die Illusion, dass du Bescheid weißt, aber sie testen vor allem dein Kurzzeitgedächtnis. Das ist wie jeden Tag 100-Meter-Sprints zu machen und zu denken, dass du für einen Marathon bereit bist.
Für die schriftliche Prüfung erstelle dir eher Lernzettel zu Problemstellungen als simple Zusammenfassungen. Also, statt „der Held wird vom Schicksal konfrontiert", schreib „wie behandelt der Text den Konflikt zwischen Freiheit und Determinismus, mit zwei, drei Schlüsselzitaten". Arbeite auch an den Übergängen zwischen deinen Gedanken - klingt simpel, aber das ist das, was den Unterschied ausmacht. Bei der mündlichen Prüfung geht es viel mehr um Flüssigkeit und deine Fähigkeit, eine Interpretation zu vertreten. Du brauchst es immer wieder zu lesen, laut vorzutragen, dich jemandem zu stellen, der dir unvorhersehbare Fragen stellt, um zu überprüfen, ob du wirklich verstehst oder nur auswendig lernst.
Was genau ist deine Problemstellung im Lehrplan? Denn die Vorbereitung hängt stark davon ab, ob es Lyrik, Schauspiel oder Roman ist.