Das Problem ist: Du musst Dich nicht auf einen Bereich beschränken - es geht eher darum, herauszufinden, was für Deine Situation tatsächlich machbar ist, statt die größtmögliche theoretische Auswirkung anzustreben. Jemand, der in einem autoabhängigen Vorort lebt, kann sein Auto nicht einfach über Nacht abschaffen, und jemand mit kleinem Budget kann nicht plötzlich komplett auf Bio-Produkte umsteigen. Die echte Falle, die alle übersehen, ist die „Alles-oder-Nichts"-Mentalität, bei der Menschen eine große Veränderung machen, sich tugendhaft fühlen und dann ausgebrannt sind oder es als Erlaubnis nehmen, an anderer Stelle zu faulenzen. Das tötet die Motivation schnell.
Damit gesagt: Verkehr und Ernährung sind tatsächlich die Hebel, wenn Du dort Veränderungen umsetzen kannst. Aber das Wichtigste ist: Selbst bescheidene Veränderungen summieren sich auf. Mit dem Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel für Strecken unter 3 Meilen nutzen, weniger Fleisch essen (muss nicht Null sein) oder Second-Hand-Kleidung kaufen, wenn möglich - das alles wirkt sich aus, ohne dass Du Dein Leben umkrempeln musst. Der ideale Punkt ist, Veränderungen zu finden, die wirklich haften bleiben - vielleicht fährst Du zur Arbeit mit anderen und isst zweimal die Woche kein Fleisch, oder Du verzichtest auf Fast Fashion, behältst aber Dein Auto noch ein paar Jahre. Das ist nicht spektakulär, aber nachhaltig.
Die Sache mit der Messung ist aber legitim. Die meisten Online-Rechner für Deinen CO₂-Fußabdruck geben Dir einen ungefähren Wert, und Du kannst sie nach Veränderungen erneut durchrechnen, um zu sehen, ob sich tatsächlich etwas bewegt. Einkaufsgewohnheiten und Recycling spielen eine Rolle, machen aber normalerweise nur wenige Prozentpunkte Deines Gesamteinflusses aus, verglichen mit den großen Drei (Verkehr, Ernährung, Energie zuhause). Das ist keine Entschuldigung, sie zu ignorieren - Recycling lohnt sich immer noch - aber psychologisch hilft es zu wissen, wo Dein Einsatz wirklich zählt, versus wo Du Dich eigentlich nur produktiv fühlst.