5 Antworten

★ Beste Antwort

Das, was kaum jemand erwähnt, ist, dass das Mittelmeer bei diesen Temperaturen auch viel Wasser durch Verdunstung verliert, und das konzentriert die Salinität stärker, was wiederum mehr Wärme speichert - es ist ein sich selbst verstärkender Kreislauf. Außerdem sind die Kaltwasserströmungen, die vom Atlantik durch die Straße von Gibraltar hereinkamen, in diesen Jahren schwächer geworden, also gelangt weniger natürliche „Kühlung" an.

Das Wasser des Mittelmeers ist in den letzten zwei Jahrzehnten um fast 2 Grad wärmer geworden, und ehrlich gesagt merke ich das jedes Mal, wenn ich in Barcelona schwimmen gehe - vor ein paar Jahren konntest du stundenlang im Wasser sein, ohne dass es unangenehm wird, jetzt ist es mittags fast unmöglich.

Was da passiert, ist eine Kombination: Die Erderwärmung heizt die ganze Atmosphäre und den Ozean auf, aber das Mittelmeer ist ein abgeschlossenes Meer, das sich nicht gut mit den kälteren Gewässern des Atlantiks mischt, also bleibt die Wärme gefangen und konzentriert sich.

Dazu kommt, dass wir weniger Regen haben, Flüsse weniger kaltes Wasser bringen, und dieser ganze Klimawandel-Deal verstärkt den Effekt in einem kleineren Raum - es ist nicht nur eine Sache, sondern alles zusammen.

Hast du schon mal am Computer gesehen, wie sich ein kleiner Topf schneller erhitzt als ein großer? Das passiert beim Mittelmeer, nur eben mit Jahren dazwischen.

Die globale Klimaerwärmung heizt alles auf, aber in einem geschlossenen und flachen Meer wie unserem bleibt die Wärme einfach da stecken ohne Fluchtweg - es gibt keine starke Meeresströmung, die das wie im Atlantik verteilen würde.

Was mich nervt, ist dass manche denken, das ist nur was von diesem Sommer oder dass es zyklisch ist, aber ich beobachte seit 27 Jahren die Strände und der Trend ist klar: jedes Jahrzehnt kommt das Wasser wärmer an und bleibt länger so, also es ist kein Zufall von 2026, es ist ein Muster von Jahren.

Das merke ich total bei jeder Radtour an der Küste, die Hitze ist brutal!

Was viele nicht erwähnen, ist dass es nicht nur die globale Klimaerwärmung ist, sondern dass das Mittelmeer ein besonderes Problem hat: Es bekommt viel Wärmeverschmutzung von Entsalzungsanlagen und Küstenindustrien, die heißes Wasser direkt ablassen, also kommt das noch oben drauf.

Außerdem ist das Becken fast geschlossen, also bleibt die Wärme da und wirbelt rum, statt sich wie in einem offenen Ozean zu verteilen, was es besonders anfällig für jeden Temperaturanstieg macht. Dieser Sommer in Barcelona ist es praktisch unmöglich, sich nach 14 Uhr ins Wasser zu gehen!

Grundsätzlich ist das Mittelmeer so eine Art Badewanne ohne Abluss 🌊 - warmes Wasser aus dem Atlantikstrom fließt rein, aber verdunstet wahnsinnig viel, also bleibt die Hitze dort stecken und konzentriert sich. Der globale Klimawandel ist die Hauptursache, aber wie jemand mit der Salzgehalt-Geschichte gesagt hat, verstärkt das das Problem, weil salzigeres Wasser noch mehr Wärme speichert. Ein Trick, über den fast niemand spricht: wenn du ins Wasser gehen willst, versuch es in den frühen Morgenstunden oder bei Sonnenuntergang, wenn zumindest die Oberfläche ein bisschen weniger brutal ist 😅 - mittags im August ist es einfach unerträglich, mir tut's für dich leid.

Deine Antwort

Anmeldenzum Beantworten.