Wie schaffte es Second-Hand-Material auf den Laufsteg von Chanel?
Eine Bloggerin mit Second-Hand-Kleidung ist zur Modell bei einer Chanel-Show geworden. Ist das überhaupt möglich und was bedeutet das für die Mode insgesamt?
Eine Bloggerin mit Second-Hand-Kleidung ist zur Modell bei einer Chanel-Show geworden. Ist das überhaupt möglich und was bedeutet das für die Mode insgesamt?
Wahrscheinlich ist es beides auf einmal, aber PR ist hier nicht die Hauptsache. Ja, die Aufmerksamkeit funktioniert, das ist Fakt. Aber es geht auch darum, dass es sich für die große Mode gerade lohnt, demokratisch und umweltfreundlich zu wirken - Second-Hand als Trend zur Wiederverwendung und zum Gegen-Konsum funktioniert für das Image der Marke. Eine Bloggerin in getragener Kleidung auf dem Laufsteg ist ein schönes Bild, das sagt: «Wir setzen auf Wiederverwendung, nicht auf ständigen Neukauf.» Aber das ändert nichts an der Realität - Chanel selbst verkauft neue Kollektionen wie gewohnt.
Vielleicht ist es auch einfach ein cleverer PR-Schachzug? Große Marken laden regelmäßig unerwartete Personen zu Shows ein, nicht so sehr wegen ihres Stils, sondern wegen der Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken und der Diskussionen - und das hat definitiv funktioniert. Für die Modeindustrie insgesamt ist das eher ein Signal dafür, dass Second-Hand zum Mainstream wird und nicht mehr als etwas Schämendes oder Nischenhaftes wahrgenommen wird, sondern einfach als eine Art zu kleiden. Dazu kommt der Trend zur Nachhaltigkeit und zur Wiederverwendung von Kleidung, weshalb so ein Schritt zeitgemäß wirkt.
Aber was ist, wenn es gleichzeitig PR und ein Signal für Veränderungen ist? Ja, die Aufmerksamkeit in den sozialen Medien - das funktioniert definitiv, da streitet niemand ab. Aber ich denke, hinter dieser Geschichte steckt noch mehr: Die Menschen denken zunehmend über Konsum und die Wiederverwendung von Dingen nach, und für eine Marke wie Chanel ist es eine Möglichkeit zu zeigen, dass man im Thema drin ist, ohne dabei an Status zu verlieren. Am Ende profitieren alle: Die Bloggerin wird zum Star, die Marke wirkt progressiv, und das Thema nachhaltige Mode wird lauter. Die Frage ist nur, wie tiefgehend das wirklich ist und nicht nur eine oberflächliche Welle.
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