Das Entfernen von Verblühtem signalisiert der Pflanze, dass sie nicht mehr in die Blütenproduktion investieren muss, also ja, es funktioniert tatsächlich bei den meisten Rosen. Der Trick ist, knapp unterhalb der verblühten Blüte zu schneiden, direkt über einem Blattknoten (wo die Blätter vom Stängel abzweigen). Du schneidest in einem 45-Grad-Winkel, etwa einen Viertelpoll über diesem Knoten. Bei Kletterrosen ist deine Situation allerdings etwas knifflig, denn sie blühen normalerweise nur einmal pro Saison an altem Holz. Daher triggert Ausputzen nicht dieselbe Dauerblüte, die du von einer Edelrose oder Floribunda-Rose bekommen würdest. Trotzdem: Das Entfernen von verwelkten Blüten verhindert, dass die Pflanze Energie in die Samenproduktion steckt, und später in der Saison könnten noch gelegentlich Nachblüten erscheinen.
Der Unterschied zwischen Rosensorten ist wichtiger, als viele denken. Dauerblüher (wie Edelrosen oder viele Strauchrosen) produzieren ständig neue Blütenbüschel, wenn du während der Wachstumsperiode regelmäßig ausputzt. Kletterrosen und alte Gartensorten haben oft nur einen großen Blütenflor, daher hilft Ausputzen, wird sie aber nicht magisch in Dauerblüher verwandeln. Bei deiner Kletterrose würde ich vorschlagen, die verblühten Blüten jetzt auszuputzen, aber rechne nicht mit einem Blütenflor wie im Juni erst im August oder September. Was du stattdessen bekommen könntest, ist sauberes Wachstum und vielleicht ein paar Extra-Blüten im Spätsommer, wenn du Glück hast. Achte nur darauf, nicht zu weit unten am Stängel zu schneiden - bleib nah am Blattknoten, sonst bleiben tote Stummel stehen, die unschön aussehen und Krankheiten fördern können.