Ist es okay, sich mit 30 noch nicht zu wissen, was man will?

Ich bin jetzt 30 geworden und meine meisten Freunde haben längst ihre Karriere gefunden oder sind verheiratet. Bei mir ist alles noch irgendwie offen - Job ist okay aber nicht erfüllend, Beziehung auch nicht klar. Fühle mich manchmal wie ein Versager, obwohl ich weiß, dass das irrational ist. Kann man in dem Alter noch herausfinden, worum es einem im Leben geht?

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Was würde dir denn fehlen, wenn du die Erwartungen anderer Leute komplett ignorierst? Der Punkt ist: deine Freunde haben ihre Sachen vielleicht früher "geklärt", aber das heißt nicht, dass sie wirklich wissen, was sie wollen - die meisten merken erst später, dass sie nur Erwartungen erfüllt haben. Mit 30 hast du aber den Vorteil, dass du genug Lebenserfahrung hast, um echte Entscheidungen zu treffen, nicht nur auf Autopilot zu gehen.

Konkret: schreib dir auf, was dir im Alltag Energie gibt und was dich auffrisst - nicht die großen Lebensfragen, sondern kleine Dinge. Welche Aufgaben vergisst du die Zeit? Wonach fragst du Menschen aus? Was machst du freiwillig, wenn du keine Lust auf was Pflicht-mäßiges hast? Da versteckt sich oft mehr als in irgendwelchen Karriere-Tests. Das Versagergefühl ist real, aber es ist auch ein Signal, dass sich was ändern sollte - nicht weil du zu spät dran bist, sondern weil dein Bauch dir sagt, dass jetzt der richtige Moment ist.

Mit 30 is eigentlich gar nicht spät, um das herauszufinden - viele Menschen kriegen das erst mit 35, 40 oder noch später gebacken, und die meisten sind dann viel zufriedener als die, die sich früher festgelegt haben 🧶 deine Freunde mögen es so aussehen lassen als wäre alles geklärt, aber glaub mir viele zweifeln auch nur nicht so laut daran. Das Wichtige is dass du dich nicht selbst unter Druck setzt indem du dich mit anderen vergleichst - wenn dein Job okay is aber nicht erfüllend, dann kannst du dir Zeit nehmen um zu testen was dir wirklich liegt, und dasselbe mit Beziehungen. die zwanziger Jahre als deadline für dein ganzes Leben zu sehen is völlig unrealistisch.

Vergleich dich nicht ständig mit anderen - das ist der größte Fehler den du machen kannst. Ich kenne Leute, die mit 25 schon alles "geplant" haben und dann mit 35 komplett umgesattelt sind, weil sie merkten dass sie das eigentlich gar nicht wollen. Bei mir war es ähnlich, ich bin in verschiedene Dinge reingerutscht und erst später hab ich herausgefunden wofür mein Herz wirklich schlägt - und ja, das war auch erst später. Das Gute ist: du hast noch tonnenweise Zeit um zu experimentieren, neue Sachen auszuprobieren und herauszufinden was dir taugt. Viele finden ihren Weg erst mit 35, 40 oder noch später und sind dann viel erfüllter als die, die alles immer "on schedule" machen mussten.

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