Hast du schon mal gezählt, wie oft du auf einen Anruf gewartet hast und er nicht kam? Nicht später daran gedacht, sondern es tatsächlich aufgeschrieben.
Denn deine Freundin hat recht, aber nicht ganz. Ja, das Gehirn arbeitet selektiv und merkt sich die Treffer, während es die Fehlschüsse vergisst. Aber es gibt noch einen anderen Aspekt: Intuition ist keine Magie, sie ist die Arbeit deines Unbewusstseins. Es verarbeitet eine Menge von Signalen, die du bewusst nicht wahrnimmst. Zum Beispiel hast du bemerkt, dass dieser Mensch dir immer dienstags um 19:00 Uhr anruft, und dein Gehirn hat das gespeichert, obwohl du nicht aktiv daran denkst. In dem Moment, wenn Dienstag kommt und sich 19:00 Uhr nähert, spürst du Besorgnis - und es sieht aus wie eine Vorahnung, aber in Wirklichkeit ist es deine Erinnerung an das Muster.
Man kann der Intuition vertrauen, aber mit einem Vorbehalt: Sie funktioniert nicht wie Zauberei, sondern wie eine sehr schnelle Analyse von Informationen. Wenn du spürst, dass mit jemandem etwas nicht stimmt, bedeutet das oft, dass dein Gehirn einen Mikromimik, eine Intonation, etwas im Verhalten bemerkt hat, das auf Gefahr oder Betrug hindeutet. Das ist hilfreich. Aber wenn es um zufällige Ereignisse geht - Anrufe, Zufälle - solltest du nicht blind vertrauen. Überprüf dich selbst: Führe mindestens eine Woche lang ein Tagebuch deiner Vorahnungen und schau, welcher Prozentsatz davon wahr wird. Das gibt dir eine ehrliche Antwort.