Lohnt sich ein Sparplan mit ETFs für Anfänger?

Ich bin 28 und möchte endlich anfangen, was für die Rente zu tun. Mein Chef hat mir geraten, in ETFs zu sparen, aber ich habe null Erfahrung mit Aktien und kenne mich da überhaupt nicht aus. Ist das wirklich was für Leute wie mich, oder sollte ich lieber klassisch sparen?

4 Antworten

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Dein Chef hat da was für dich, aber "null Erfahrung" ist eigentlich kein Problem beim Sparen mit ETFs. Das ist ja gerade der Punkt: du musst nicht verstehen, wie einzelne Aktien funktionieren. Bei einem Sparplan kaufst du einfach regelmäßig (monatlich, wöchentlich, egal) Anteile von einem großen Topf, in dem hunderte oder tausende von Unternehmen drin sind. Das ist deutlich weniger stressig als einzelne Aktien zu picken, und historisch hat das sehr gut funktioniert über längere Zeiträume.

Klassisches Sparen auf dem Sparkonto bringt dir in der heutigen Zeit ehrlich gesagt kaum etwas - die Zinsen sind immer noch niedrig und die Inflation frisst dir das Geld weg. Mit ETFs ist dein Geld zumindest am Wachstum des Marktes beteiligt. Mit 28 Jahren hast du auch Zeit, kurzfristige Schwankungen auszusitzen, was ein großer Vorteil ist. Du könntest mit einem günstigen All-World-ETF anfangen, den Sparplan einfach einrichten und dann nicht mehr drüber nachdenken.

Das einzige, worauf du achten solltest: informier dich kurz, welche Bank oder welcher Broker günstige Gebühren hat (manche nehmen bei Sparplänen nichts). Und spar nur das, das du wirklich nicht brauchst, sonst schläfst du nicht gut. Aber die Angst vor Aktien kannst du dir sparen, wenn es um ETFs als langfristigen Sparplan geht.

ETFs sind für Anfänger eigentlich ideal, weil du nicht einzelne Aktien analysieren musst - ein ETF ist einfach ein Korb mit vielen hundert oder tausend Aktien drin. Mit 28 hast du noch Jahrzehnte bis zur Rente, und das ist ein großer Vorteil. Schwankungen in der Zwischenzeit sind da weniger relevant, weil du lange Zeit hast, um Verluste wieder auszugleichen.

Der häufigste Fehler, den ich bei Anfängern beobachte: Sie starten super motiviert, legen 500€ rein, sehen dann eine Woche später, dass der Kurs gefallen ist, und paniken. Dann wird es gestoppt oder das ganze Ding verkauft. Das ist der sicherste Weg, Geld zu verlieren. Wenn du einen Sparplan machst - sagen wir monatlich 100 oder 200€ - brauchst du dich nicht täglich um Kurse zu kümmern. Automatisch läuft das und du konzentrierst dich auf dein Leben.

Kurz eine Frage: Wie regelmäßig könntest du sparen? Und hast du irgendwelche Schulden oder Rücklagen, die du vorher aufbauen solltest? Klassisches Sparbuch bringt dir derzeit kaum Rendite, da stimmt dein Chef schon. Aber wenn du die 5000€ ersparten für die neue Küche demnächst brauchst, dann gehört die nicht in einen ETF-Sparplan.

wanderer_vanessa asker Ich könnte monatlich 150-200€ sparen. Schulden hab ich keine, aber 3 Monate Lebenshaltungskosten als Notgroschen sind noch nicht gedeckt - die bau ich erst auf.

Das Argument "null Erfahrung" ist tatsächlich irreführend - ETF-Sparpläne sind ja gerade dafür gemacht, dass du dich nicht mit einzelnen Aktien rumschlagen musst. Das größere Risiko, das die anderen übersehen: Viele Anfänger panieren beim ersten Börsencrash und verkaufen ihre Position mit Verlust, anstatt einfach weiterzusparen. Wenn dich Kursschwankungen psychisch belasten würden, bringt dir der beste ETF nichts - dann ist klassisches Sparen vielleicht ehrlich gesagt die bessere Wahl für dich persönlich.

Mit klassischem Sparen verlierst du real an Kaufkraft, weil die Zinsen die Inflation nicht aufwiegen - das ist eher das Risiko, das du eingehen würdest. Ein ETF-Sparplan ist anfängerfreundlich, weil du einfach monatlich einen festen Betrag einzahlst und dich um die restliche Auswahl nicht kümmern musst. Wichtig ist nur, dass du die Kohle brauchst bevor du in 20+ Jahren in Rente gehst - für die Altersvorsorge passt das perfekt.

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