Ich fing selbst an, mit Aquarell zu experimentieren, und die ersten Male hatte ich das Gefühl, völlig blind zu arbeiten! Öl und Acryl verzeihen Fehler wirklich - man kann überarbeiten, radieren, während der Arbeit seine Entscheidung ändern. Mit Aquarell habe ich diesen Luxus nicht, und das schafft eine psychologische Hürde. Aber es geht nicht nur darum, und es ist auch weniger die einseitige Richtung „vom Licht zum Schatten" - das ist einfach ein technischer Punkt, den man leicht beherrschen kann.
Der Knackpunkt ist, dass Aquarell eine ganz andere Kontrolle über das Material erfordert. Du musst nicht nur das Ergebnis im Kopf sehen, bevor du anfängst, sondern auch verstehen, wie genau sich die Farbe auf feuchtem Papier verhält, wie schnell sie trocknet, wie eine Nuance mit einer anderen direkt auf der Leinwand verschmilzt. Feuchtigkeit, Temperatur im Raum, die Saugfähigkeit des speziellen Papiers - das alles spielt eine Rolle. Das bedeutet nicht, dass Aquarell schwieriger ist, nur dass es eine andere Denkweise erfordert! Man muss entscheidungsfreudiger bei der Farbwahl sein, etwas schneller arbeiten, sich nicht vor Aussparungen und weißen Flächen fürchten. Bei Öl und Acryl kann man langsam machen und nachbearbeiten, hier machst du einen Zug - und er ist erledigt!
Am einfachsten hilft es, die Farbe nicht in dicken Schichten aufzutragen, sondern mit halbdurchsichtigen Schichten zu arbeiten und jede gut trocknen zu lassen. Und finde unbedingt „dein" Papier - eine hochwertige Grundlage ändert alles!