Offene Grundrisse sind eigentlich nicht so universell, wie sie wirken - viele neuere Gebäude haben immer noch Büros und Cubicles, also könnte die Wahl deines Unternehmens durchaus ihre Philosophie sein und nicht nur das, was objektiv gerade trendy ist. Jedenfalls wurde das offene Layout definitiv ab den 2010er-Jahren massiv gepusht, und die Begründung war eine Mischung aus verschiedenen Dingen: Immobilienkosten (man passt mehr Menschen auf weniger Quadratmeter), der Glaube, dass räumliche Nähe zu mehr Zusammenarbeit führt, und eine generelle kulturelle Verschiebung hin zu mehr Zwanglosigkeit und Transparenz in Büros.
Bei der Produktivitätsfrage wird es knifflig. Forschung zeigt ziemlich konsistent, dass offene Grundrisse bei einigen Dingen großartig sind - informelle Gespräche und schnelle Problemlösungen passieren natürlicher. Aber sie sind hart für konzentrierte Arbeit, und Leute berichten von mehr Stress und Unterbrechungen. Also kommt es wirklich darauf an, was dein Unternehmen konkret macht. Ein Startup, das von ständiger Zusammenarbeit lebt? Vielleicht funktioniert es. Ein Team, das tiefe Konzentration braucht? Es macht wahrscheinlich alle unglücklich. Die ehrliche Antwort ist, dass es vielen Unternehmen als universelle Lösung verkauft wurde, obwohl es eigentlich nur ein Trade-off ist.
Was angeht, ob es ausstirbt - es gab definitiv Gegenwehr seit so 2020. Leute bekamen Remote Work, kamen zurück und merkten, dass sie vergessen hatten, wie anstrengend ständige Sichtbarkeit ist. Manche Unternehmen bauen ruhige Zonen, Telefonkabinen und Fokusräume wieder ein. Andere haben es noch mehr verstärkt. Also es verblasst nicht überall, aber das „offene Grundrisse sind die Zukunft"-Cheerleading hat sich definitiv beruhigt. Ob dein Arbeitgeber dabei sparsam denkt oder wirklich dran glaubt, könnten nur die selbst dir sagen, aber wahrscheinlich trifft beides bis zu einem gewissen Grad zu.