Warum steigt der Meeresspiegel in den letzten Jahren so schnell?

Ich schaue mir gerade einen Bericht in der Zeitung an über Küstenstädte, die Mauern bauen müssen, um die Strände zu schützen. Hier in Rio sehen wir schon die Auswirkungen davon, mit höheren Tiden, die in die Straßen in der Nähe des Strandes eindringen. Was ist denn genau der wissenschaftliche Grund dafür?

5 Antworten

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Eigentlich ist das gar nicht so schnell im Vergleich zu vor ein paar Millionen Jahren, aber ich stimme zu, dass sich das Tempo wirklich deutlich beschleunigt hat. Das Hauptproblem ist die globale Erwärmung. Wenn die Temperatur steigt, dehnt sich das Wasser in den Ozeanen aus - ist wie wenn man Wasser am Wasserhahn aufwärmt und es mehr Platz einnimmt. Außerdem schmilzt das Eis der Polarkappen und Gletscher und fällt in den Ozean, wodurch wirklich mehr Wasser hinzukommt. Diese zwei Prozesse zusammen sind für den größten Teil des Anstiegs verantwortlich, den wir jetzt sehen.

Das Problem ist, dass das viel schneller passiert als in der Vergangenheit, weil die CO2-Konzentration in der Atmosphäre in den letzten 150 Jahren oder so in die Höhe geschossen ist, hauptsächlich wegen fossiler Brennstoffe. Der Ozean konnte mit langsamen Veränderungen umgehen, aber wenn sich alles so schnell ändert, stehen Küstenstädte in Schwierigkeiten. In Rio ist das besonders nervig, weil die ganze Zona Sul anfällig ist, plus Gegenden wie die Barra, die bereits häufige Überschwemmungen erleben. Mauern und Stützkonstruktionen sind eher ein Pflaster als eine echte Lösung - ideal wäre es, die Erwärmung zu bremsen, aber dann geraten wir in Diskussionen, die über reine Wissenschaft hinausgehen.

Was viele Leute nicht erwähnen, ist, dass zwei Prozesse gleichzeitig ablaufen: Erstens steigt das Wasser tatsächlich, weil das Eis - wie in Grönland und der Antarktis - durch die Erwärmung schmilzt, aber zweitens - und das ist wichtig - senkt sich der Boden in einigen Küstenregionen, was die wahrgenommene Erhöhung noch verschärft.

Besonders in Rio hatten bestimmte Gebiete bereits natürliche Absenkungsprobleme, also wenn du das mit dem echten Meeresspiegelanstieg kombinierst, wird alles zusammen viel kritischer.

Im Grunde steigt der Ozean und der Boden sinkt gleichzeitig, deshalb überfluten die Straßen viel leichter als man nur aufgrund des Wassers erwarten würde.

Du weißt ja, dass neben der Erwärmung selbst eine Menge Wasser durch das Schmelzen der Eiskappen freigesetzt wird? Naja, während sich alle auf die Erwärmung der Ozeane konzentrieren (was das Wasser ausdehnen lässt), schmelzen tonnenweise Eis aus Grönland und der Antarktis und fließen buchstäblich ins Wasser, was den Meeresspiegel anhebt.

Grundsätzlich addiert sich alles das, was die Leute da erwähnen, und es wird noch schlimmer, wenn man bedenkt, dass der Boden auch in einigen Küstenzonen absinkt, wie hier in Rio, wo es eine Bodenabsenkung gibt, die den Effekt beschleunigt!

Also ist es nicht nur das Wasser, das steigt, sondern auch das Gelände, das sinkt, und das erzeugt eine Art Zange, die alles für die Küstenstädte viel kritischer macht.

Die Jungs picken sich die Hauptdetails raus, aber es gibt da einen praktischen Trick, der hilft, das Ganze zu verstehen: Nimm eine Plastikflasche, füll sie mit Wasser und pack Eis schwimmend rein. Wenn das Eis schmilzt (das schwimmende, wie das Meereis in der Arktis), steigt das Wasser nicht, weil das Eis ja schon Platz eingenommen hat. Jetzt nimm eine andere Flasche und stell einen kleinen Behälter voller Eis aufrecht ins Wasser - wenn das schmilzt, steigt das Wasser wirklich. Das ist im Prinzip der Unterschied zwischen dem Eis der Landmassen (Antarktis, Grönland, Gletscher in den Bergen), das NEUES Volumen hinzufügt, wenn es schmilzt, versus die Arktis, die ja schon schwimmt. Und dann kommt noch die thermische Ausdehnung dazu, die die anderen erwähnt haben - warmes Wasser braucht mehr Platz - plus die Landabsenkung, die in bestimmten Gegenden sinkt, auch hier in Rio. Wenn du das alles zusammennimmst, ist das ein Chaos für Leute, die an der Küste wohnen.

Das Problem ist, dass die meisten Reportagen sich nur auf die "Erwärmung" konzentrieren, aber in Wirklichkeit laufen da mindestens drei Prozesse gleichzeitig ab und jeder trägt ein bisschen dazu bei, dass sich die Situation verschärft. Das Tempo hat sich in den letzten 30, 40 Jahren wirklich beschleunigt. Du siehst das hier in Rio deutlich, wenn es heftig regnet und gleichzeitig Hochwasser ist - dann überfluten Straßen von Leuten, die nah am Strand wohnen, auf eine Weise, die vorher gar nicht so häufig vorkam. Das wird zum strukturellen Problem für die Stadt.

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