Was kann ich tun, wenn das Dashcam-Video den Unfall zeigt, aber die Versicherung die Zahlung verweigert?

Ich habe ein Video vom Dashcam, auf dem man deutlich sieht, dass der andere Fahrer schuld ist. Er hat vor meinem Auto gewendet, ich bin nicht mehr rechtzeitig zum Bremsen gekommen. Meine eigene Versicherung (Vollkasko) sagt, dass sie nicht zahlen wird, bis ich eine offizielle Entscheidung der Straßenverkehrsbehörde über die Schuld des anderen Fahrers bekomme. Aber der andere Fahrer bestreitet alles und gibt keine Schuld zu. Was soll ich tun? Kann die Videoaufzeichnung vor Gericht gegen die Versicherungsgesellschaft als Beweis dienen?

5 Antworten

★ Beste Antwort

Video ist ein starker Beweis, aber die Versicherung hat recht in einem Punkt: Sie brauchen einen offiziellen Bericht über die Schuld, nicht einfach nur eine Aufnahme. Das Problem ist, dass die Verkehrspolizei heutzutage nicht immer Protokolle bei Unfällen erstellt - sie sind nur nötig, wenn es Verletzte gibt oder eine Verletzung, die strafbar ist. Wenn der andere Fahrer einfach seine Schuld bestreitet, kann der Beamte die Protokollerstellung ablehnen, und dann bleibt dir nur noch der Zivilprozess.

Das hilft wirklich: Reiche Klage gegen den Verursacher des Unfalls ein und fordere Schadensersatz. Die Videoaufnahme wird das Hauptbeweisstück sein - Gerichte nehmen sie gerne an, weil sie objektiv ist. Gleichzeitig reiche einen Anspruch bei deiner Versicherung ein und füge sowohl das Video als auch die Klage bei. Viele Versicherungen zahlen schnell, wenn sie sehen, dass jemand bereit ist zu klagen. Und hier ein Tipp: Wenn auf dem Video die Nummern des anderen Autos und sein Zustand gut zu sehen sind, versuche, seine Versicherung direkt zu kontaktieren - manchmal kümmern sie sich schneller darum als deine Gesellschaft, besonders wenn der Schaden klein ist.

Prüfe auch, ob du Zeugen am Unfallort hattest - ihre Aussagen zusammen mit dem Video stärken deine Position erheblich. Und speichere die Videodatei an mehreren Orten, am besten mit Metadaten, um ihre Authentizität nachzuweisen.

Die Videoaufnahme wird dir definitiv helfen, aber die Versicherung hat teilweise recht - ohne amtliche Entscheidung der Straßenverkehrsbehörde oder gerichtliches Urteil zum Unfall ist es schwieriger, ihre Schuld gegenüber deiner eigenen Versicherung nachzuweisen. Versuche, eine Beschwerde bei der Straßenverkehrsbehörde mit dem Video einzureichen, um den Bescheid überprüfen zu lassen, oder reiche gleich Klage gegen den anderen Fahrer auf Schadensersatz ein - das Video wird dort ein starker Beweis sein, und wenn das Gericht ihn für schuldig befunden hat, fordere danach von deiner Versicherung die Zahlung auf der Grundlage des Gerichtsurteils.

Ich bin vor ein paar Jahren in eine ähnliche Situation geraten - mein Auto war beschädigt, der Verursacher ist einfach abgehauen, und alles war auf Video. Auch meine Versicherung zog die Sache in die Länge und forderte ein Protokoll der Verkehrspolizei. Hier ist, was ich in der Praxis gelernt habe: Ein Video ist für die Versicherung kein rechtliches Dokument an sich. Selbst wenn darauf alles kristallklar ist, beruft sich die Versicherung darauf, dass sie die Schuld nicht selbst feststellen kann - das ist Aufgabe der Verkehrspolizei oder des Gerichts.

Das Wichtigste, das niemand erwähnt hat - wende dich nicht einfach mit einer Bitte an die Verkehrspolizei, sondern reiche einen Antrag auf Erstellung eines Unfallprotokolls ein. Falls der Beamte vor Ort schon abgelehnt hat oder gesagt hat, dass beide schuld sind, beschwerde dich über sein Handeln. Füge das Video als Beweis bei. Parallel dazu schreib der Versicherung eine schriftliche Beschwerde (am besten per Einschreiben) mit der Forderung nach Zahlung und dem Hinweis, dass das Videomaterial die Schuld des anderen Fahrers eindeutig belegt. Falls sie ablehnen - Klage vor Gericht. Das Gericht nimmt Videoaufnahmen normalerweise als Beweis an und unterstützt häufig das Opfer.

Der Haken ist, dass das alles Monate dauern kann. Die Versicherung rechnet genau darauf - Leute werden müde und geben oft auf. Falls du dein Auto dringend brauchst, kannst du es auf eigene Kosten reparieren und dann vom Verursacher direkt Schadensersatz über Gericht fordern (ohne die Versicherung). Das dauert länger, ist aber manchmal effektiver, als auf die eigene Versicherung zu drücken.

Wenn die andere Seite die Schuld bestreitet und die Verkehrspolizei keinen Bericht aufgenommen hat, bleibt dir nur, mit dem Video vor Gericht zu gehen - nicht direkt zur Versicherung, sondern eine Klage gegen den Unfallverursacher einreichen und dann auf Grundlage des Gerichtsurteils die Zahlung von deiner Versicherung fordern! Das Video vor Gericht wird ein gewichtiges Beweismittel sein, besonders wenn alles darauf klar zu sehen ist.

Das Wichtigste, das du wissen musst: Eine Videoaufzeichnung wird vor Gericht hilfreich sein, aber die Versicherung kann die Zahlung für die Kaskoversicherung genau deshalb ablehnen, weil es sich um eine freiwillige Versicherung mit jede Menge Bedingungen im Vertrag handelt. Überprüf deine Police - dort könnte ein Punkt stehen, dass eine Entscheidung der Verkehrspolizei oder des Gerichts vor der Auszahlung erforderlich ist. Falls so ein Punkt existiert, hat die Versicherung technisch gesehen recht, selbst wenn die Schuld des anderen Fahrers auf dem Video offensichtlich ist. Versuch trotzdem, eine Beschwerde mit dem Video bei der Verkehrspolizei einzureichen - manchmal hilft das, den Fall zu überprüfen, selbst wenn das erste Protokoll nicht erstellt wurde.

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