Wie lange zeichnest du schon in Photoshop oder bist du erst vor kurzem umgestiegen?
In Procreate ist die Logik ungefähr dieselbe, aber wirklich alles ist einfacher und schneller aufgebaut. Der Hauptunterschied ist, dass du in Photoshop in Menüs herumkramst, hier ist aber alles unter deinen Fingerspitzen. Pinsel öffnen sich mit einem Swipe, Ebenen und ihre Mischmodi sichtbar rechts auf einen Blick, keine dieser endlosen Panels. Wenn du an Photoshop gewöhnt bist, wird dich erst mal schocken, dass viele vertraute Werkzeuge einfach nicht da sind - aber die brauchst du auch nicht, weil Procreate speziell zum Zeichnen ausgerichtet ist und nicht für allgemeine Grafikbearbeitung.
Mit Pinseln wirst du anfangs auf jeden Fall verwirrt sein. Photoshop hat riesige Bibliotheken mit fertigen Pinseln, von denen niemand die Hälfte nutzt. Procreate kommt mit einem guten Basissatz, und am Anfang reicht das völlig. Öffne einfach die Library (Pinsel links), dann merkst du nach und nach, was es alles gibt und wie die Pinsel funktionieren. Pinsel einstellen ist hier intuitiver - du musst nicht in „erweiterte Parameter" graben, du drehst einfach Regler. Ein Tipp: Versuche nicht sofort, deine Gewohnheit zu übertragen, Pinsel aus hundert Varianten auszuwählen. Nimm dir 3-4 Basispinsel und arbeite zwei Tage nur damit - deine Hand wird sich daran gewöhnen, und danach erschließt du dir den Rest.
Touch-Gesten in Procreate brauchen auch Gewöhnung. Rückgängig ist nicht Strg+Z, sondern drei Finger nach oben. Zoom - mit zwei Fingern drehen, wie überall. Das wird sich anfangs ungeschickt anfühlen, aber nach einer Woche vergisst du die Photoshop-Befehle. Schau dir ein 10-Minuten-Video zum Procreate Interface an - du brauchst keinen einstündigen Kurs, schau dir einfach an, wo was ist, und dann findest du dich selber zurecht.