Hat dein Sohn Zeit, sich zu langweilen, ohne Plan zu spielen oder einfach nur da zu sein? Denn genau das fehlt oft. Schau, ich verstehe den Standpunkt von denen, die sagen, dass es davon abhängt, wie der Junge reagiert, aber ich sehe da einen Faktor, der nicht genug erwähnt wird: die Stimme des Kindes dabei. Mit 10 Jahren sind vier Aktivitäten wirklich schon viel, und wenn er dann noch Schwimmen hinzufügen will, weil er sieht, dass seine Kumpel das machen oder weil er denkt, dass er das sollte, da müssen wir die Bremse ziehen.
Das, was ich machen würde, ist, mich mit ihm hinsetzen und ihn ehrlich fragen, welche von all diesen Aktivitäten ihn wirklich motiviert und welche er macht, weil er das Gefühl hat, dass er es tun muss. Denn hier kommt noch etwas dazu: die Hausaufgaben sind ja schon Druck, ne? Und wenn er dann noch dreimal in der Woche Fußball hat, Klavier, Schwimmen und alles andere, dann lernt der Junge nicht, seine Freizeit zu gestalten und sie zu genießen. In dem Alter brauchen sie Platz, um kreativ zu sein, um mal ein bisschen gelangweilt zu sein (das ist auch wichtig), um Freunde ohne Terminkalender zu treffen. Ich würde sagen maximal zwei Aktivitäten, und wenn's hochkommt drei, aber immer nur, wenn eine seine echte Leidenschaft ist und nicht etwas, das er aus sozialer Verpflichtung macht.
Und noch eins: Schau mal, ob er die Aktivitäten selbst vorschlägt oder ob es eher so ein "es ist gut, viele Aktivitäten zu haben"-Ding ist. Das macht den ganzen Unterschied 🏕️