Hast du einen Plan deines Grundstücks aus dem Eigentumsnachweis oder einen Katasterplan? Das ist das Wichtigste, denn ohne dokumentarischen Nachweis der Grenzen werden alle Fotos und Beschwerden ins Leere laufen.
Ich stimme zu, dass man fotografieren sollte, aber das ist nur eine Hilfe. Wirklich retten tut dich der Katasterpass oder ein Auszug aus dem EGRN - dort sind die Koordinaten deines Grundstücks klar angegeben. Wenn der Plan damit übereinstimmt, wo der Zaun ursprünglich stand, dann hast du einen Trumpf in der Hand. Du gehst mit diesem Dokument zur Verwaltung und reichst eine Beschwerde über eigenmächtige Landnahme ein, und sie müssen eine Überprüfung durchführen. Sie können den Nachbarn sogar zu administrativer Verantwortung heranziehen.
Hier ist die Tücke: Wenn dein Grundstück nie offiziell vermessen worden ist und der Zaun einfach »so dagestanden hat« viele Jahre lang, dann ist es schwerer, die genauen Grenzen nachzuweisen. In diesem Fall kann eine Vermessung auf deine Kosten erforderlich sein - das kostet Geld und Zeit. Aber auch das ist besser, als still und leise zwei Meter Land zu verlieren.