Ich würde die Frage anders herum stellen: Was machst du mit dem, was die KI dir gibt? Bei einem Buch passiert das natürlich auch - du kannst es passiv konsumieren oder aktiv damit arbeiten. Bei ChatGPT ist der Unterschied nur, dass die Antwort speziell auf deine Frage zugeschnitten ist, was verlockend wirkt, sie einfach zu akzeptieren. Das ist tatsächlich eine echte Gefahr.
Aber hier kommt der wichtige Punkt: KI-Tools zwingen dich oft erst mal dazu, dein Problem *artikulieren* zu müssen. Das ist schon echte Denkarbeit. Du musst formulieren, was dich verwirrt, welche Perspektive dir fehlt. Und dann - ja, dann brauchst du Eigeninitiative. Wenn du die Outputs tatsächlich testest, kritisch hinterfragst, mit deinem eigenen Wissen abgleichst und weiterentwickelst, trainierst du deine Denkkraft nicht ab, sondern nutzt ein Werkzeug wie einen Sparringpartner. Das ist nicht faul, das ist effizient.
Das ethische Problem entsteht erst, wenn die KI dein Denken *ersetzt* statt es zu ergänzen - wenn du aufhörst zu prüfen, ob der Output Sinn macht oder ob er für dein konkretes Problem passt. Und das ist eine Gewohnheitsfrage, die du selbst kontrollierst, nicht die Schuld des Tools.