Das Problem liegt nicht darin, wo sie arbeiten wird - im Büro oder zu Hause - sondern darin, dass ihr beide Szenarien in euren Köpfen konstruiert, statt über konkrete Ängste zu sprechen. Du hast Angst, dass die Kinder vernachlässigt werden und es nichts zu essen gibt, sie fürchtet, dass man sie nicht hört. Aber das sind nur Vermutungen, und sie hindern euch daran, eine echte Lösung zu sehen.
Schlag deiner Frau vor, einen Monat lang im Homeoffice zu arbeiten, aber unter einer Bedingung - ihr besprecht vorher zusammen, wie das Leben organisiert wird. Nicht „sie kümmert sich um gar nichts" und nicht „sie wird zur Supermutter mit drei Jobs", sondern konkret: wer kümmert sich wann um die Kinder, wer kocht, wie hilfst du in kritischen Momenten (wenn sie zum Beispiel einen Abgabetermin hat). Ich kannte mal einen Mann, der gegen das Homeoffice seiner Frau war - genau aus dieser Angst heraus. Später haben sie einen Tagesablauf festgelegt, und es stellte sich heraus, dass sie sogar mehr Aufmerksamkeit für die Kinder aufwendet als vorher, weil kein Weg ins Büro und zurück anfällt. Das Wichtigste ist nicht, einfach zuzustimmen oder abzulehnen, sondern die Annahmen durch die Wirklichkeit zu überprüfen.
Und noch etwas Wichtiges: Falls die Familie das Geld braucht, dann ist das nicht ihr Wunsch, sondern eure gemeinsame Notwendigkeit. Es geht nicht um ihre Laune. Vielleicht liegt das Problem gar nicht im Homeoffice, sondern darin, dass es euch beiden so vorkommt, als wäre Arbeiten von zu Hause leichter und nebenbei möglich? Im Gegenteil - später stellt sich oft heraus, dass ein Arbeitsplatz zu Hause viel mehr Disziplin erfordert.