Es ist komplizierter als nur ein Verkehrsunterschied, aber auch nicht so mysteriös, wie es wirkt. Die beiden Apps nutzen tatsächlich unterschiedliche Algorithmen, um Routen zu berechnen, aber das eigentliche Problem ist, dass jede andere Daten darüber hat, wie der Verkehr in diesem Moment fließt. Waze sammelt zum Beispiel Informationen von Nutzern, die die App verwenden - also sendest du dem Server, wie viele Kilometer pro Stunde du fährst, ob es einen Stau voraus gibt, einen Unfall, eine Radarfalle. Google Maps macht ähnliches, nutzt aber auch riesige historische Daten über den Verkehrsfluss und Informationen von Mobilfunkanbietern.
Außerdem haben beide unterschiedliche Dinge beim Algorithmus priorisiert. Waze neigt dazu, Routen vorzuschlagen, die Staus vermeiden, auch wenn sie länger sind oder durch kleinere Straßen führen - so eine kreativere Strecke, die du dir nicht selbst überlegt hättest. Google Maps ist üblicherweise konservativer und versucht, die Zeit mit der direktesten Route auszubalancieren. Und da ist noch ein Detail: Sie aktualisieren ihre Daten auch in unterschiedlichen Rhythmen. Wenn du an einem Ort bist, wo der Verkehr sehr schnell wechselt, kann die eine App aktualisierte Informationen haben als die andere in genau diesem Moment.
Deshalb dieser Unterschied von 10 Minuten, den du gesehen hast. Es ist kein Fehler, es ist nur, dass die eine App die Verkehrssituation anders sieht als die andere. An einem Tag, wenn der Verkehr vorhersehbar ist, geben beide normalerweise ziemlich ähnliche Zeiten an.