Ist dir schon mal aufgefallen, dass du in Träumen eigentlich nicht zuverlässig auf eine Uhr schauen oder dein Handy checken kannst? Das ist im Grunde der Schlüssel dazu. Dein Gehirn während REM-Schlaf (wenn die meisten lebhaften Träume passieren) macht etwas Verrücktes - es führt basically eine Geschichte auf, ohne die üblichen Zeitmechanismen, die dich in der Realität verankern. Dein präfrontaler Kortex, der für Logik und Zeitwahrnehmung zuständig ist, ist beim Träumen viel weniger aktiv. Dein Gehirn vergleicht also nicht die Traum-Zeit mit der echten Zeit; es spielt einfach... Ereignisse der Reihe nach ab, ohne dass da eine externe Uhr im Hintergrund läuft.
Das andere ist, dass Träume Zeit auf eine Weise komprimieren und dehnen können, die sich während des Traums völlig natürlich anfühlt. Du könntest das erleben, was sich wie Stunden an Konversation, Reisen, Problemlösen anfühlt - all die sensorischen und emotionalen Details, die normalerweise Zeit brauchen würden - aber dein Gehirn spult basically die "Füllmaterial"-Teile schnell vor. Es verarbeitet nicht jede Sekunde; es trifft die emotionalen und erzählerischen Höhepunkte. Du bekommst also das volle Erlebnis-Gewicht einer langen Reise, ohne die langweiligen Teile tatsächlich durchzuleben.
Und wenn du aufwachst, rekonstruierst du den Traum aus der Erinnerung, und die Erinnerung selbst geht mit Dauer weird um. Dein Gehirn könnte die Erfahrung mit all diesen Details und Verbindungen polstern, was sie reicher und länger anfühlt als sie tatsächlich war. Es ist irgendwie wie bei einem guten Film, der vorbeifliegen kann oder ein langweiliger, der sich endlos anfühlt - nur dass in Träumen dein Gehirn sowohl der Regisseur als auch das Publikum ist, also ist es extra formbar.