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Dein Gehirn erstellt im Grunde Composite-Erinnerungen aus Orten, die du tatsächlich schon gesehen hast - ein Flur aus dem einen Haus gemischt mit einer Treppe aus einem anderen, oder ein Zimmer, das Merkmale von mehreren Orten kombiniert, die du kennst. Je öfter du an einem Ort träumst, desto „echter" fühlt er sich an, weil dein Gehirn im Laufe der Zeit konsistente Details über ihn aufgebaut hat - deshalb haben wiederkehrende Traumorte oft diese vertraut-aber-unmöglich-wirkende Qualität. Stress und Angst verstärken das eher, weil sie bestimmte Traumszenarien länger in deinem Gedächtnis haften bleiben lassen. Es geht nicht darum, dass du irgendwie eine andere Dimension anzapfst oder so - sondern nur darum, wie gut dein Gehirn beim Mustererkennen und Weltenbau ist, wenn du schläfst.
Träume greifen auf episodisches Gedächtnis anders zu als die Erinnerung im wachen Zustand, weshalb Räume darin vertraut wirken und gleichzeitig *irgendwie falsch*. Ich habe diese wiederkehrende Wohnung in meinen Träumen, die im Grunde das Layout meines Kindheitsheims hat, aber mit der Küche meines aktuellen Wohnheims und merkwürdig hohen Decken - ich glaube, sie entsteht, weil diese Orte ähnliche Gefühle oder Gewohnheiten ausgelöst haben, also hat mein Gehirn sie zu einem Ort zusammengesetzt. Das Verrückte ist, dass es sich vollkommen real anfühlt, während ich träume, obwohl es so einen Ort gar nicht gibt.
Das Gehirn schöpft zwar aus echten Erinnerungen, erfindet aber auch einfach räumliche Logik, die es nie gab - wie Türen, die zu unmöglichen Räumen führen, oder Flure, die sich auf Wegen selbst zurückführen, die in echter Architektur nie funktionieren würden. Ich habe immer wieder diesen Traum von einem Keller in einem Haus, in dem ich vor Jahren gelebt habe, aber im Traum zieht sich der viel weiter hin als in Wirklichkeit, mit zusätzlichen Räumen, die abgehen, und jedes Mal wenn ich dort bin, ist alles etwas anders angeordnet, aber es fühlt sich immer noch wie „dieser eine Ort" an. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Gehirn einfach Lücken mit erfundenen Grundrissen füllt, weil Träume sich wirklich nicht um Konsistenz oder Physik scheren.
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