5 Antworten
Das Wichtigste, das man verstehen muss, ist, dass es zwei Schutzarten gibt, die völlig unterschiedliche Funktionen erfüllen, und je nachdem, wo's schiefgeht, ist das überhaupt nicht das Gleiche.
Die Herstellergarantie ist die gesetzliche Verpflichtung des Herstellers. Sie dauert mindestens 2 Jahre und deckt Fabrikationsfehler ab - also so Zeug, das mit einem Problem aus der Fabrik kommt. Das ist automatisch, du musst nix machen, das gilt einfach so. Wenn dein Handy oder deine Lampe in diesem Zeitraum kaputtgeht und der Grund in der Konstruktion oder Herstellung liegt und nicht deine Schuld ist, dann muss der Hersteller das Ding reparieren oder austauschen. Das funktioniert wirklich, aber manchmal muss man ein bisschen rumnerven oder nachweisen, dass es ein Fehler ist und nicht dein Verschulden.
Die Geschäftsgarantie dagegen ist ein Bonus-Kundenservice. Manche Verkäufer bieten dir an, einen zusätzlichen Schutz draufzupacken, der über die 2 Jahre hinausgehen kann oder Sachen deckt, die die Herstellergarantie nicht abdeckt (wie zum Beispiel Unfälle, Stürze). Das kann kostenlos sein, wenn der Laden das freundlich anbietet, oder es kann dir ein paar Euro kosten. Man muss genau checken, was drin ist, weil manchmal ist das totaler Quatsch, manchmal ist's cool. Der Punkt ist, dass das optional ist, nicht verpflichtend.
Die Herstellergarantie ist die des Herstellers, sie deckt Herstellungsfehler über einen bestimmten Zeitraum ab (in Frankreich normalerweise 2 Jahre).
Die Händlergarantie ist die, die dir der Verkäufer anbietet, oft kostenpflichtig, und sie kann länger sein oder Sachen abdecken, die der Hersteller nicht abdeckt, wie zufällige Beschädigungen. Grundsätzlich ist die Herstellergarantie obligatorisch und kostenlos, die Händlergarantie ist optional und du musst extra dafür zahlen.
Das Wichtigste ist, dass die Herstellergarantie dich vor echten Produktmängeln schützt, während die Garantie des Geschäfts eher ein zusätzlicher Kundenservice ist. Die Herstellergarantie ist rechtlich bindend und solide - der Hersteller verpflichtet sich zu reparieren oder auszutauschen, wenn das Produkt mit einem Problem aus der Fabrik kommt. Das Geschäft kann dir nette Sachen anbieten wie "wir nehmen das zurück, ohne Fragen zu stellen, wenn du deine Meinung innerhalb von 30 Tagen änderst", aber das ist seine Wahl, nicht verpflichtend.
Ich sag dir das, weil ich mal ein GPS-Navigationsgerät für mein Auto gekauft habe und nach drei Monaten hat es heftig gecrasht. Das Geschäft hat mir gesagt "tut uns leid, wir verkaufen das nicht mehr, wir können dir das nicht austauschen". Aber der Hersteller hat gesagt "das ist ein bekanntes Problem bei dieser Serie" und sie haben es mir kostenlos repariert. Also hat mich die Herstellergarantie gerettet. Wenn du ein Problem hast, kontaktiere immer zuerst den Hersteller direkt, das ist zuverlässiger. Danach bieten einige Geschäfte erweiterte Garantien an, bei denen sie dich länger abdecken oder für mehr Sachen, aber du musst die Bedingungen gut lesen, weil das nie überall gleich ist.
Man darf das auch nicht verwechseln: Die Herstellergarantie ist gesetzlich vorgeschrieben, sie gilt automatisch, während die Garantie vom Geschäft ein Bonus ist, den sie dir zusätzlich anbieten (und das kann kostenpflichtig sein, wie so eine Garantieverlängerung). Was wirklich zählt, ist, dass der Hersteller Mängel abdeckt, die dem Produkt inhärent sind, aber nicht die normale Abnutzung oder Schäden, die du selbst verursacht hast.
Das Geschäft kann beim Kundenservice großzügiger sein und etwas ohne große Fragen zurücknehmen, aber das ist keine gesetzliche Verpflichtung wie die andere.
Die Jungs haben die Grundlagen gut erklärt, aber hier ein praktischer Tipp: Wenn dein Produkt innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf kaputtgeht, kontaktiere direkt den Laden in erster Linie, nicht den Hersteller! Der Verkäufer muss es dir austauschen oder erstatten, ohne zu trödeln - das geht schneller, als auf die Herstellergarantie zu warten, die ewig dauert.
Deine Antwort
Anmeldenzum Beantworten.